Edelmetall-Investments „Gold als Versicherung gegen Risiken im Finanzsystem“

Thorsten Polleit ist Chefvolkswirt der Degussa und volkswirtschaftlicher Berater eines Alternative Investment Fund | © Degussa

Thorsten Polleit ist Chefvolkswirt der Degussa und volkswirtschaftlicher Berater eines Alternative Investment Fund Foto: Degussa

Grafik: Degussa

Soviel lässt sich schon jetzt absehen: Die US-Präsidentschaft von Donald J. Trump bringt Veränderungen wirtschaftlicher und politischer Art, die weltweit zu spüren sind. Dass es Anpassung geben wird - nicht nur bei Unternehmen, sondern vor allem auch beim staatlichen Handeln -, liegt auf der Hand.

Der Weg kann durchaus holprig werden. Nachstehend werden vier Entwicklungen im weltweiten Finanzsystem, die der Anleger im Auge haben sollte, hervorgehoben.

US-Dollar-Schulden der Ausländer sind hoch

Grafik: Degussa

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts haben sich Ausländer kräftig in US-Dollar verschuldet. Diese Entwicklung wurde durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 nur kurz unterbrochen. Der Grund für den Verschuldungsschub: Die Niedrigzinspolitiken der Zentralbanken, allen voran die der US-Zentralbank (Fed). Im dritten Quartal 2016 betrugen die US-Dollar-Verbindlichkeiten der Ausländer 3.112 Milliarden US-Dollar - nur wenig unter dem bisherigen Höchstwert von 3.228 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2015.

Diese Schulden werden nach und nach fällig - und viele Schuldner setzen darauf, dass sie bei Fälligkeit in neue Schulden „rollen“ können. Es ist daher nicht übertrieben zu sagen, dass das Funktionieren des Weltfinanzsystems mehr denn je vom reichlichen US-Dollar-Angebot abhängen dürfte.

US-Zentralbank will Zinsen weiter anheben

Grafik: Degussa

Derzeit wird auf den Finanzmärkten erwartet, dass die US-Zentralbank (Fed) ihren Leitzins bis Ende 2017 auf etwa 1,30 Prozent (derzeit: 0,75 Prozent) anheben wird. Die 10-jährige Rendite der US-Staatsanleihen wird bei etwa 2,8 Prozent (derzeit: 2,4 Prozent) erwartet. Ein solches Zinsumfeld würde keine wirkliche Abkehr von der Politik des billigen Geldes bedeuten.

Es würde auch die US-Konjunktur und die Aktienmärkte weiterhin unterstützen, und es würde auch das Umschulden von fälligen Schulden in neue Schulden zu niedrigen Zinsen möglich machen. Wenn die Fed aber die Zinsen zu stark anzieht, kann der Konjunktur- und Finanzmarkt-Boom rasch in einem Debakel enden. Es wäre nicht das erste Mal.