Einzelhandelsfonds 5 neue Einzelhandels-Immobilienfonds – und ihre Antwort auf den Online-Handel

Fußgänger vor einer Filiale von Zara in Lille, Frankreich. Der Textilhändler will sich künftig stärker auf die Top-Standorte konzentrieren und dafür Filialen in weniger esponierten Lagen schließen. Foto: Getty Images

Fußgänger vor einer Filiale von Zara in Lille, Frankreich. Der Textilhändler will sich künftig stärker auf die Top-Standorte konzentrieren und dafür Filialen in weniger esponierten Lagen schließen. Foto: Getty Images

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Das größte Shoppingcenter der Welt hat rund um die Uhr geöffnet, sieben Tage die Woche. Es passt bequem in Jacken-, Hosen- und Handtasche. Der Besucher betritt es unkompliziert über sein Smartphone. 51 Prozent der Deutschen shoppen bereits im Internet.

Verdrängt Online den stationären Handel? „Jein. Der Online-Handel wirkt sich zwar spürbar auf den stationären Einzelhandel aus, wird ihn aber zumindest in den Top-Lagen auch in Zukunft nicht kaputt machen“, sagt Nicky Kisitzky, als Geschäftsführer verantwortlich für das Investment-, Asset- und Fonds-Management von DC Values. Das Hamburger Unternehmen hat mit dem DCV Highstreet Nr.1 gerade einen Core-Plus-Einzelhandelsfonds gestartet. Der Mensch wolle nach wie vor das direkte und haptische Einkaufserlebnis, glaubt Kisitzky: „Der beste Beweis dafür ist, dass selbst Online-Händler wie Amazon oder Zalando darauf reagieren und begonnen haben, Flagship-Stores in den Top-Lagen einzurichten.“

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Leerstandsrisiken in B- und C-Lagen

Für professionelle Einzelhandels-Filialisten wie H&M, Zara oder Bestseller bleibe die physische Präsenz in den Fußgängerzonen der Top-Lagen von essenzieller Bedeutung. Darum gäben die Händler lieber B- und C-Standorte auf und konzentrierten sich auf die Top-Standorte. Zara beispielsweise will sich in Köln künftig ganz auf ein Mega-Flaggschiff in der Schildergasse konzentrieren, heißt es in der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“. Mit einer Verkaufsfläche von über 3.000 Quadratmetern entsteht eines der weltweit größten Geschäfte. Die Eröffnung ist im Herbst dieses Jahres geplant. Die drei anderen Zara-Filialen in der Kölner Innenstadt sollen dafür aufgegeben werden. Kisitzky: „B- und C-Standorte werden in Zukunft mit zunehmenden Leerstandsrisiken umgehen müssen.“

Für den offenen Spezial-AIF (Alternativen Investmentfonds) sucht Kisitzky mit seinem Team Geschäftshäuser in den Fußgängerzonen der Top-20-Standorte in Deutschland. „Hierbei handelt es sich um Bestandsobjekte mit laufendem Cashflow, die eine solide Substanz aufweisen und durch aktives Management auf mittel- bis langfristige Perspektive über Wertsteigerungspotenzial verfügen.“ Kisitzky zahlt marktadäquate Kaufpreise, „vorausgesetzt, nach hinten raus ist noch genug Potenzial, die Mieten durch Optimierung, Neustrukturierung oder Zusammenlegung von Flächen zu erhöhen“. Es sollen insgesamt sechs bis acht Häuser gekauft werden. Ziel sind laufende Ausschüttungen von mindestens 4 Prozent pro Jahr.

Ebenfalls Ausschüttungen von 4 Prozent will der offene Spezial-AIF AEW Europe City Retail liefern. Anders als der DC Value Highstreet Nr. 1 investiert er europaweit, bevorzugt in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien. 15 bis 20 Objekte sollen es werden. Der Investmentstil lässt neben der klassischen Core-Strategie auch Wertsteigerungsmaßnahmen zu. Bei passender Gelegenheit dürfen Möglichkeiten genutzt, die Immobilien wieder verkauft und die frei werdenden Mittel neu investiert werden.