Empirica Immobilienpreis-Index Gefahr einer Preisblase wächst

München ist und bleibt die teuerste Stadt im Kaufpreis-Ranking von Empirica. | © Empirica

München ist und bleibt die teuerste Stadt im Kaufpreis-Ranking von Empirica. Foto: Empirica

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Seit zehn Jahren steigen die Mieten, ein Ende ist nicht absehbar. Auch im dritten Quartal dieses Jahres ist der Immobilienpreis-Index von Empirica gestiegen. Betroffen sind mittlerweile alle Preissegmente, und so fehlt es nicht nur an bezahlbarem Wohnraum, sondern an Wohnraum jeglicher Preisklasse, heißt es vom Analysehaus. Der Grund für den Mietanstieg sei einfach: Trotz zwei Millionen leer stehender Wohnungen herrsche wegen der Landflucht Knappheit in den attraktiven Zuzugsregionen. Auch die Lösung wäre laut Empirica einfach: Man müsste schlicht mehr bauen. Die jährliche Kluft zwischen Nachfrage und tatsächlichen Fertigstellungen liegt aber immer noch bei über 100.000 Wohnungen. Es fehlt an Bauland, aber nicht an Widerständen gegen das Bauen.

Quelle: Empirica

Gefahr einer Preisblase wächst

Anleger sind zwar so heiß auf Wohnimmobilien wie schon lange nicht mehr, so Empirica. Aber ihr Engagement beschränke sich notgedrungen auf den Bestand. Als Ergebnis geht die Schere zwischen Mieten und Kaufpreisen immer weiter auf, die Gefahr einer Preisblase wächst. Der Index für Eigentumswohnungen (ETW) ist gegenüber dem vergangenen Quartal um 2,2 Prozent angestiegen. Der Index von Ein-/Zweifamilienhäusern (EZFH) legte im selben Zeitraum um 1,8 Prozent zu. Auch die Mietpreise ziehen weiter an, mit einem Wachstum von 0,9 Prozent gegenüber dem vergangenen Quartal aber weitaus weniger als ETW und EZFH.

Quelle: Empirica

Wo die höchsten Mieten gezahlt werden

Der Index inserierter Angebotsmieten klettert im Neubau kontinuierlich nach oben, so Empirica. Gegenüber dem Vorquartal sind die Mietpreise im dritten Quartal dieses Jahres deutschlandweit um 1,2 Prozent gestiegen, auch in kreisfreien Städten und in Landkreisen liegt der Zuwachs bei jeweils 1,2 Prozent. Im Jahresvergleich beträgt der deutschlandweite Anstieg 3,9 Prozent. Seit Beginn der Zeitreihe im 1. Quartal 2004 kletterten die Neubaumieten deutschlandweit somit um 23,6 Prozent nach oben, in den kreisfreien Städten um 31,8 Prozent und um 19,1 Prozent in den Landkreisen.

Düsseldorf ist diesmal nicht im Empirica Mietpreis-Ranking vertreten, dafür schafft es Mainz unter die Top 10 und lässt Berlin und Wiesbaden hinter sich. Die ersten sechs Plätze bleiben gegenüber dem vergangenen Quartal unverändert, München steht weiterhin einsam an der Spitze und übersteigt erstmals 16 Euro pro Quadratmeter.

Quelle: Empirica