Fondsmanager Thomas Schüßler im Interview „Der DWS Top Dividende bietet Aktienmarkt mit Hosenträgern und Gürtel“

Thomas Schüßler managt seit 2005 den DWS Top Dividende für Deutsche Asset Management | © Tom Hönig

Thomas Schüßler managt seit 2005 den DWS Top Dividende für Deutsche Asset Management Foto: Tom Hönig

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DAS INVESTMENT.com: Herr Schüßler, um es mal mit dem Jugendwort 2014 zu sagen: Läuft bei Ihnen. Was ist das Geheimnis des Erfolgs des DWS Top Dividende?

Thomas Schüßler: Der Fonds ist ein konservatives, sehr defensives Investment. Seine Wertentwicklung stellt nicht unbedingt alles andere in den Schatten. Aber Deutsche sind risikoscheue Anleger. Es kommt ihnen entgegen, wenn man auf dem Aktienmarkt etwas bietet, das weniger volatil ist und weniger verliert, wenn allgemein die Kurse nach unten gehen sollten.

Unsere Kunden mögen auch die hohen Ausschüttungen. So ähnlich wie man es von den Zinsen gewohnt ist. Man sollte das Niedrigzinsumfeld nicht vergessen: Es gibt einen gewissen Anlagenotstand. Ein kleiner Teil der Anlegergelder kommt am Aktienmarkt an. Nicht viel, aber ein kleiner Teil. Davon wiederum kommt allerdings ein ganz schön großer Teil bei mir heraus: Denn jemand, der gerade mal einen Fuß in den Aktienmarkt hält, möchte wenig Risiko eingehen.

Bieten Sie mit Ihrem Fonds quasi Aktienmarkt light?

Schüßler: Ja, er ist ein bisschen so wie eine Anleihe im Aktienmarkt – also Aktienmarkt mit Hosenträgern und Gürtel.

Es gibt den Spruch von der Dividende als dem neuen Zins. Darüber gehen die Meinungen auseinander. Sehen Sie die Dividende als Zinsersatz?

Schüßler: Die Aussage ist irreführend. Es stimmt zwar schon, dass es quasi keinen Zins mehr gibt, dafür aber die Dividende als relativ sichere Einnahmequelle. Trotzdem ändert sich etwas für Anleger, die nicht mehr in Zins-, sondern in Dividendenaktien investieren: Sie erhalten zwar eine Dividende, müssen dafür aber das Aktienrisiko in Kauf nehmen. Selbst wenn die Dividenden stetig fließen, kann sich der Kurs der Aktien ändern. Um die Dividenden zu vereinnahmen, muss ein deutlich höheres Risiko eingegangen werden.

Würden Sie die Anleger, die jetzt Anteile von konservativ ausgerichteten Dividendenfonds wie dem DWS Top Dividende kaufen, als deckungsgleich mit den ehemaligen Zinsanlegern sehen?

Schüßler: Nein, deckungsgleich würde ich nicht sagen. Die Zinsflüchtlinge sind nicht unbedingt alle im Aktienmarkt angekommen. Sie kaufen vielleicht eher Immobilien.

Sie versprechen immerhin ein stabiles Investment – würde es sich nicht gut als Zinsersatz eignen?

Schüßler: Wir geben eher das Versprechen, dass der Fonds weniger schwankt als der Aktienmarkt. Klassische Zinsinvestments und ein Dividendenfonds sind vom Risikoprofil her völlig verschieden. Mir ist wichtig, dass die Investoren verstehen, was sie da kaufen.