Immobilienmarkt Köln: Rendite am Rhein

Wer im als Pandion Vista vermarkteten Wohnkranhaus<br/>mit Blick auf den Kölner Dom logieren will, muss<br/>an die 20 Euro netto kalt je Quadratmeter hinblättern.<br/>Foto: Getty Images

Wer im als Pandion Vista vermarkteten Wohnkranhaus
mit Blick auf den Kölner Dom logieren will, muss
an die 20 Euro netto kalt je Quadratmeter hinblättern.
Foto: Getty Images

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In Köln ist alles anders als im Rest der Republik: So gibt es eine Bettensteuer und bekanntermaßen fünf statt vier Jahreszeiten. Zudem gilt links vor rechts – allerdings nicht im Straßenverkehr, sondern in puncto Wohnen.

Während es in Hamburg eine Glaubensfrage ist, ob es sich rechts oder links der Alster besser wohnt, sind sich die Kölner einig: Die linke Rheinseite muss sein, Ende der Diskussion. 

Die „schäl Sick“

Das zeigt sich auch im Volksmund: Die rechte Rheinseite ist die „schäl Sick“ – wörtlich übersetzt: schlechte Seite. Und das spiegelt sich auch in den Kaufpreisen und Mieten für Wohnimmobilien wider: Wer im rechtsrheinischen Deutz sucht, den erwarten Quadratmeterpreise um die 1.800 Euro. Direkt gegenüber werden dagegen im Schnitt rund 2.300 Euro und mehr ausgerufen.

Um 6.000 Euro muss hinlegen, wer am Rheinauhafen kaufen will. „Die Kaufund Mietpreise rangieren dort bereits auf höchstem Niveau, dennoch stiegen sie im vergangenen Jahr weiter“, sagt Theodor Greif, geschäftsführender Gesellschafter des Kölner Maklerhauses Greif & Contzen. 

„Siebengebirge“ und „Dreigestirn“

Ähnlich respektlos und kreativ wie die Berliner (Immobilienmarkt: Berliner Bestlagen boomen) finden auch die Kölner schnell griffige Namen für einige der Edelimmobilien im ehemaligen Binnenhafenquartier, das seit 2002 zum neuen Stadtteil entwickelt wird. 

So firmiert etwa der 1909 errichtete und 2006 sanierte ehemalige Kornspeicher wegen der markanten Giebelfront seit jeher unter der Bezeichnung „Siebengebirge“, die drei 61 Meter hohen futuristischen Kranhäuser hatten mit der Karnevalsbezeichnung „Dreigestirn“ (für die Regenten Prinz, Bauer und Jungfrau) ebenfalls schnell ihren Namen weg.

Neubauwohnungen für 4.000 Euro je Quadratmeter

Wer etwa im als Pandion Vista vermarkteten Wohnkranhaus mit Blick auf den Kölner Dom logieren will, muss an die 20 Euro netto kalt je Quadratmeter hinblättern. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Kölner Durchschnitt, der rund 2 bis 4 Euro unter den Mietpreisen anderer Metropolen wie etwa Hamburg (Wohnimmobilien: Hamburg, meine Perle) oder München (Immobilienmarkt München: Servus und grüß Geld!) liegt. 

Ebenfalls nobel geht es in den begehrten – natürlich linksrheinischen – Stadtteilen Lindenthal und Hahnwald im Westen und Marienburg im Süden der Domstadt zu. Dort kosten Neubauwohnungen laut dem Maklerhaus Jones Lang Lasalle um die 4.000 Euro je Quadratmeter.

„Zu den beliebten und damit werthaltigen Lagen gehören auch Bayenthal, Braunsfeld, Junkersdorf, Deckstein, Rodenkirchen und Sülz“, erläutert Greif.

Dort liegen die Quadratmeterpreise bei 2.300 bis 2.600 Euro, die Mieten tendieren um 10 Euro und höher. Auch das Münchner Emissionshaus BVT sieht in Sülz Potenzial und hat sich dort für den Ertragswertfonds 5 eine gemischt genutzte Immobilie gesichert. 

Wertsteigerungspotenzial in den Stadtteilen Ehrenfeld und Kalk  

Wer opportunistischer eingestellt ist und eher auf Wertsteigerungspotenzial setzen will, sollte nach Einschätzung von Manfred Schmidt, Niederlassungsleiter des Kölner Maklerhauses Corpus Sireo, die Stadtteile Ehrenfeld und Kalk ins Visier nehmen.

Auch das rechtsrheinische Mülheim zählt Schmidt zu den Standorten mit überdurchschnittlichem Potenzial. Den Stadtteil stuft auch Greif als aussichtsreich ein, ebenso das benachbarte Deutz.

„Beide Bezirke weisen wegen der Umsiedlung des Fernsehsenders RTL und des Versicherungskonzerns Ampega Gerling erste Gentrifizierungsmerkmale auf und ziehen eine zunehmend zahlungskräftigere Klientel an. Das geht erfahrungsgemäß mit deutlichen Kaufund Mietpreissteigerungen einher“, so Schmidt.

Teil 2: Ausgewählte Beteiligungen und Neubauprojekte