Income-Fonds So funktionieren die Fonds mit festen Ausschüttungen

Baseball-Spieler punktetnach der Spielfeldumrundungan der Home Base: Income-Fonds stellen turnusmäßigeAusschüttungen in Aussicht. Foto: Getty Images

Baseball-Spieler punktetnach der Spielfeldumrundungan der Home Base: Income-Fonds stellen turnusmäßigeAusschüttungen in Aussicht. Foto: Getty Images

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41,7 Milliarden Euro schütteten deutsche Aktiengesellschaften im vergangenen Jahr an ihre Aktionäre aus – und übertrumpften damit ihren bisherigen Rekordaus dem Jahr 2008 um fast 10 Prozent. Größter Zahler war die Allianz: Im November 2014 hatte der Versicherungskonzern eine neue Dividendenstrategie beschlossen. 50 statt bislang 40 Prozent des Jahresüberschusses sollen seither an die Anteilscheinbesitzer fließen.

Dividendenzahlungen waren schon immer ein wichtiger Teil der Performance des Aktienmarkts. Aktuell stehen sie für viele Anleger jedoch viel stärker im Fokus als in früheren Zeiten. Wozu auch sollte man sich mit 3 Prozent Dividendenrendite bei Aktientiteln beschäftigen, wenn man denn 4,5 oder noch mehr Prozent Zinsen am Markt bekommen konnte und dafür praktisch kein Risiko eingehen musste?

Dividendenrendite schlägt Zins
Doch hat sich diese Situation heute grundlegendgewandelt. Die Dividendenrendite im deutschen Dax liegt schon seit einigen Jahren über der Rendite für zehnjährige Bundesanleihen. Anfang der 90er Jahre lieferten die Staatspapiere noch Renditen von mehr als 8 Prozent. Vor zehn Jahren waren es lediglich noch 3 bis 4 Prozent, mittlerweile ist nicht einmal mehr eine eins vor dem Komma übrig geblieben. Und so wurde mit den sinkenden Zinsen die Dividende der neue Zins.



Kein Wunder, dass Fonds, die sich auf dividendenstarke Unternehmen fokussieren, den Markt eroberten – oft auch propagiert als die „sichereren“ Aktienfonds. Nichtganz zu Unrecht, schließlich wirken die Dividenden als eine Art Puffer gegen Kursverlust ein schlechten Börsenzeiten. Denn auch wenn die Märkte schwächeln, zahlenviele Unternehmen weiterhin ihre Dividendenaus, sodass der Gesamtverlust für den Aktionär nicht ganz so hoch ausfällt. Einige große, substanzstarke Unternehmen mitnachhaltiger Ausschüttungspolitik werden im Investorenmarkt deshalb gar als „anleiheähnliche Aktien“ bezeichnet.

Dividendenfonds sind indes nur ein Beispiel aus dem großen Becken sogenannter Income-Konzepte. Hier tummeln sich auch Rentenfonds, die vermehrt auf renditestärkere Segmente der Anleihewelt setzen. Und es kommen in letzter Zeit zunehmend Multi-Asset-Income-Fonds auf den Markt. „Diese sind vor allem bei privaten Anlegern gegenwärtig sehr gefragt“, bestätigt Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender beim Maklerpool Jung, DMS & Cie.

Nicht von ungefähr: Diese Fondskategorie verbindet gleich zwei der großen aktuellen Themen am Investmentfondsmarkt: „Income“ und „Multi Asset“. Allerdings: Was genau ein Income-Fonds ist, ist nicht verbindlich definiert. Das Dilemma beginnt schon bei der deutschen Übersetzung. „Income“ heißt auf Deutsch so viel wie Erträge, Einkommen – Begriffe, die hierzulande nicht deckungsgleich in der Bedeutung sind.