Invesco Global Asset Allocation Risk Parity hat geliefert

Max Widmer, Client Portfolio Manager, Invesco Global Asset Allocation Team, Atlanta

Max Widmer, Client Portfolio Manager, Invesco Global Asset Allocation Team, Atlanta

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Nach der weltweiten Finanzkrise 2007/2008 waren Anleger auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten, mit denen sie vor allem die Risiken einer Anlage systematisch und diszipliniert im Blick behalten konnten. In dieser Zeit wurde die Entwicklung von Fonds vorangetrieben, die ein Investment zuerst vom Risikound nicht von der Rendite her denken.

Statt einer grundlegenden Asset Allocation nach den in unterschiedlichen Anlageklassen investierten Kapitalvolumina stellen diese Fonds bei der Allokation den Risikobeitrag der einzelnen Anlageklasse zum Gesamtrisiko des Portfolios in den Vordergrund.

Gewichtung nach Risikobeitrag – die balanciertere Alternative

Grundsatz von Portfolios, die nach dem Risk Parity-Ansatzgemanagt werden, ist die strategische Allokation gemäß dem Risikobeitrag einzelner Anlageklassen. Wenn ein Fondsport-Portfolios beispielsweise von der guten Aktienmarktentwicklung bis zum Sommer 2015 überdurchschnittlich profitieren. Risk Parity-Ansätze blieben in der Wertentwicklung naturgemäß dahinter zurück – weil sie nicht so sehr ins Aktienrisiko gehen, sondern balancierter, quasi symmetrisch, anlegen.

2016: besser durch turbulente Zeiten

Das Anlegerjahr 2016 begann dagegen mit einem Paukenschlag. Die Aktienmärkte zeigten sich verunsichert durch die wirtschaftlichen Aussichten in China und gaben scharf nach. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung folgte mit dem für viele überraschenden Ausgang des Brexit-Votums der nächste kurzfristige Einschnitt an den Aktienmärkten.

In beiden kritischen Phasen dieses Jahres konnten Risk Parity-Konzepte ihre Klasse zeigen: Wegen der geringeren Aktienexponierung verloren sie auch im Vergleich zu vielen anders gemanagten Multi-Asset-Produkten weniger und erholten sich schneller. Ihren Renditevorsprung konnten sie auch in der Folge weitgehend halten und bei den Marktereignissen um das Brexit-Votum herum zum Teil noch ausbauen.

Hilfreich war dabei, wenn der Risk Parity-Ansatz eine Rohstoffkomponente enthielt, die auch in Edelmetalle investieren kann.

Vom Fluchtreflex ins Gold in den Perioden der Unsicherheit konnten Anleger in Risk Parity-Fonds also mitunter auch profitieren.

Rohstoffbaustein – attraktiv für viele Anlegerportfolios

Während nach dem Ende des Rohstoffsuperzyklus 2007 die Preise vieler Rohstoffe fielen und der Rohstoffanteil an Risk Parity-Fonds oft nur geringe positive Renditebeiträge brachte, machte sich im unruhigeren Fahrwasser dieses Jahres sein Wertals Diversifikator wieder deutlich bemerkbar. Und die Aussichten sind perspektivisch nicht ganz schlecht: Rohstoffe bilden einen in sich sehr diversifizierten Markt, in dem sich unterschiedliche Facetten nutzen lassen. Er umfasst Energie (allem voran Öl) ebenso wie Edelmetalle, Industrie- oder Agrarrohstoffe.

In manchen dieser Bereiche könnte nach langer Talfahrt beiden Preisen die Talsohle durchschritten sein, andere – wie etwa Gold – haben in diesem Jahr immer wieder neue Höchstpreiseerreicht. Bei zunehmender Unsicherheit an den Aktienmärkten kommt Rohstoffen als Diversifikatoren im Portfolio wieder mehr Bedeutung zu. Langfristig dürfte sich auch wieder auszahlen, dass Rohstoffe historisch oft einen gewissen Inflationsschutz geboten haben.

Risk Parity-Fonds haben ihren Platz in gut aufgestellten und ausgewogenen Anlegerportfolios. Das haben sie in diesem Jahreindrucksvoll unter Beweis gestellt. Denn sie sind oft schwach korreliert zu Anleihen, aber auch zu aktiendominierten Anlagen.

Das bedeutet einerseits, dass sie nicht immer zu den Top-Performern in Fondsvergleichen gehören können.

Das bedeutet andererseits aber auch, dass sie die Risiken besser balancieren. Was das wert ist, zeigt sich zum Beispiel genau dann, wenn die Aktienmärkte Abschläge hinnehmen müssen und Risk Parity-Fonds liefern. Sie sind also vor allem für Anleger von hohem Wert, die ein besonderes Augenmerk auf die Risikokomponente ihres Investments legen. Also beispielsweise in Aktien, Anleihen und Rohstoffe investiert, dann so, dass jede der drei Klassen einen Risikobeitrag von rund 33 Prozent beisteuert.

Jede einzelne der Anlageklassen ist damit für den Erfolg der Fondsanlage gleich wichtig. Keine dominiert die anderen – und trägt übermäßig zu Risiken des Fonds bei. Bei Fonds, die sich an Volumenanteilen der enthaltenen Anlageklassen orientieren, ist das ganz anders. Berechnungen über mehr als 40 Jahre habenbelegt, dass etwa bei einem Volumenanteil von 60 Prozent in Aktienmehr als 90 Prozent des Portfoliorisikos von der Anlageklasse Aktienabhängen. Im heutigen Niedrigzinsumfeld könnte dieser Anteil noch extremer ausfallen.

Klassische 60/40-Portfolios oder auch nicht risikoparitätisch aufgebaute Misch- und Multi-Asset-Fonds können also möglicherweise eine hohe Abhängigkeit von Aktien aufweisen. Das kann für Anleger zeitweise Vorteile bringen: So konnten solche Portfolios beispielsweise von der guten Aktienmarktentwicklung bis zum Sommer 2015 überdurchschnittlich profitieren. Risk Parity-Ansätze blieben in der Wertentwicklung naturgemäß dahinter zurück – weil sie nicht so sehr ins Aktienrisiko gehen, sondern balancierter, quasi symmetrisch, anlegen.