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18.04.2011 17:24
Rubrik: Märkte

S&P-Rating: Das "AAA" der USA wackelt

Das Weiße Haus. Quelle: Tim Reinhart/Pixelio

Es ist ein Tabubruch und ein Schuss vor den Bug gleichermaßen. Zum ersten Mal stufte S&P den Ausblick für die USA auf "negativ" herunter. Ein Kommentar von Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland der Unicredit-Gruppe.

Der Ratingagentur zufolge besteht ein erhebliches Risiko, dass die amerikanische Fiskalpolitik die mittel- bis langfristigen Herausforderungen nicht meistern wird. Sollte es zu keinen substanziellen Veränderungen kommen, verdienen amerikanische Staatsanleihen auf Dauer ihr "AAA" nicht mehr. Im Klartext: Die USA leben nicht auf einer Insel der Glückseligkeit. Ähnlich wie die Fiskalpolitik in Europa, müssen auch die Amerikaner jetzt ihre Hausaufgaben machen.

Derzeit wird über eine Anhebung der Schuldenobergrenze und Einsparmaßnahmen kontrovers gestritten. Die Marktreaktionen fielen auf diese faustdicke Überraschung entsprechend stark aus. Die Aktienmärkte weltweit gaben deutlich nach. Der Goldpreis schoss in die Höhe und erreichte mit zeitweilig über 1.495 Dollar pro Feinunze ein neues Rekordhoch.

Die Entscheidung von S&P ist folgerichtig

Die Entscheidung von S&P verdient großen Respekt. Und sie ist folgerichtig. Den Ratingagenturen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder vorgeworfen, die USA in ihrer Beurteilung zu schonen. Gleichzeitig wurden die Bewertungen für die europäischen Krisenländer kräftig nach unten genommen. Beides passte auf Dauer einfach nicht zusammen.

Wie vergleichsweise schnell die Bestnote auch für große Wirtschaftsmächte verloren gehen kann, hat in der Vergangenheit das Beispiel Japans gezeigt. Nach dem Platzen der Aktien- und Immobilienblase Ende der 1980er Jahre verdoppelte sich die japanische Staatsverschuldung innerhalb einer Dekade (siehe Grafik). Im Jahr 2000 belief sie sich dann auf 135 Prozent des BIP. Die Herabstufung von "AAA" zu "AA+" erfolgte durch S&P kurze Zeit später im Februar 2001.

Zum Vergleich: Die US-Staatsverschuldung hat sich von knapp 55 Prozent im Jahr 2000 mittlerweile auf bereits rund 100 Prozent erhöht. Zieht die amerikanische Fiskalpolitik nicht bald die Ausgabenbremse, könnte der Verlust des "AAA" in einigen Jahren wirklich Realität werden. Für das internationale Finanzsystem dürfte dies erhebliche Auswirkungen haben: Die amerikanische Staatsanleihe hätte ihre Rolle als sicheren Hafen verloren. Die Inflationserwartungen in den USA würden ansteigen. Gewinner dürften wohl Bundesanleihen sein.

Joe, 19-04-11 17:58:
Amerika schuldet der Welt umgerechnet ca. 320.000 Tonnen Gold !
Es gibt aber nur 160.000 Tonnen....

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