Korrektur oder Salami-Crash? „Die Aktien-Party ist noch nicht vorbei“

Anzeigentafel an der Frankfurter Börse: Der Dax gilt als wichtigster deutscher Aktienindex. | © Getty Images

Anzeigentafel an der Frankfurter Börse: Der Dax gilt als wichtigster deutscher Aktienindex. Foto: Getty Images

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Thomas Buckard, Gründungsmitglied und Aktionär der MPF AG

In der Spitze hat der Deutsche Aktienindex Dax seit seinem Allzeithoch Mitte Juni fast 1.000 Punkte eingebüßt. Da stellt sich die Frage: Ist das ein gesundes Luftablassen oder der Beginn einer längeren Abwärtsbewegung – eines sogenannten Salami-Crashs? Das sind die derzeit wichtigsten Argumente gegen und für Aktien:

• Aktien sind vor allem in den USA derzeit hoch bewertet – und zwar so hoch wie Ende der 20er und Ende der 90er Jahre. Beides Mal folgte ein brutaler Börsen-Crash. Selbst wenn die Wall Street nur korrigiert, werden sich dem auch die europäischen Börsen nicht entziehen können. Der Dax ist besonders anfällig, weil er sich zu mehr als 50 Prozent in ausländischer Hand befindet. 

• Die Wirtschaft wächst in der Eurozone so stark wie schon lange nicht mehr. Der wichtige Konjunkturindikator des Ifo-Instituts ist in Deutschland im Juli wiederholt auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Die Wirtschaftsforscher sprechen von einer euphorischen Stimmung in den deutschen Chefetagen. Das lässt sich kaum noch toppen – damit sind künftig Enttäuschungen wahrscheinlicher als positive Überraschungen. 

• Vor diesem Hintergrund werden die Unternehmensgewinne nicht im selben Tempo weiter steigen wie bisher – das macht die Bewertungen anfällig. 

• Die Unterstützung durch Notenbanken wird nachlassen. Die amerikanische Fed denkt über Verkäufe von Anleihen nach, was den Finanzmärkten Liquidität entziehen würde. Und auf die EZB steigt der Druck zu erklären, wann und in welchem Umfang sie ihre Anleihekäufe zurückfährt. In Deutschland belief sich die Inflation zuletzt auf 1,7 Prozent. Das entspricht in etwa der Zielmarke der EZB von knapp 2 Prozent.

• Die Volatilitäten bewegen sich noch immer auf einem (zu) niedrigen Niveau. Eine Normalisierung sollte mit fallenden Kursen einhergehen.