Loys-Vorstand Wieso wirbt ein aktiver Asset Manager für Dax-Sparpläne, Herr de Vries?

Heiko de Vries ist Mitglied des Vorstands bei der Oldenburger Fondsboutique Loys. | © Loys AG

Heiko de Vries ist Mitglied des Vorstands bei der Oldenburger Fondsboutique Loys. Foto: Loys AG

Vermögensverwalter Loys hat ein Dax-Sparplan-Renditedreieck erstellt und wirbt damit für Fondssparpläne. Aber wieso dient ausgerechnet der Dax als Beispiel - und wieso macht Loys als Spezialist für aktives Fondsmanagement seine Berechnungen an einem Index fest? Wir haben Loys-Vorstandsmitglied Heiko de Vries gefragt.

DAS INVESTMENT: Loys hat ein Sparplandreieck zum Deutschen Aktienindex Dax entwickelt. Allerdings investieren alle Fonds aus Ihrem Hause in ein ganz anders gefasstes Anlage-Universum. Wieso sehen Sie sich den Dax an – und nicht den MSCI World?

Heiko de Vries: Der Dax wurde als stellvertretendes Beispiel herangezogen, um die Vorteile des Aktiensparens aufzuzeigen. Man könnte eine solche Statistik auch für den MSCI World erstellen und würde daraus eine analoge Aussage ableiten.

Seit nunmehr 13 Jahren arbeiten wir bei Loys daran, die Vorteile der Aktienanlage aufzuweisen. In diesem Zusammenhang weisen wir stets auf die Fehlallokation des Privatvermögens in Deutschland hin, aus der ein erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden entsteht.

Haben Ihre Bemühungen gefruchtet – hat sich etwas geändert?

de Vries: Mit einiger Ernüchterung müssen wir heute feststellen, dass sich das Anlageverhalten nur wenig geändert hat. Die Deutschen sparen sich arm. Zu stark ist die Angst vor der Aktienanlage und der damit verbundenen Wahl des falschen Einstiegszeitpunktes beim Anleger verankert.

Am Beispiel des Dax verbildlichen wir über das Sparplandreieck die Vorteile des Aktiensparens: Durch die Streuung in der Zeit wird das Risiko des falschen Einstiegszeitpunktes eliminiert. Beim Aktiensparen ist jeder Tag der richtige, um zu investieren. Beachtet man weiter die Regel, dass man nicht in einer Krise aussteigen sollte, sondern den Sparplan zwei bis drei Jahre weiterlaufen lässt und die Sparplandauer auf mindestens fünf bis zehn Jahre anlegt, so erzielt man eine sichere Vermögensmehrung. Diese liegt im langfristigen Durchschnitt bei über sieben Prozent.

Sie sind aktiver Fondsmanager. Ein Anleger, der Ihrem Rat folgt und per Sparplan in den Dax investiert, kann das aber auch mit einem ETF tun. Fahren Sie sich also mit dem Renditedreieck nicht selbst in die Parade?

de Vries: Für die Loys-Fonds ließe sich eine analoge Statistik aufbauen und man würde erkennen, dass hier die Ergebnisse sogar besser ausfallen als beim Dax. Solange wir über unser aktives Management weiterhin einen Mehrwert gegenüber unseren Vergleichsindizes liefern, fährt der Anleger mit einem Sparplan über unsere Fonds besser.

Das Sparplandreieck soll in erster Linie die Vorteile des Aktiensparens als konservativen Weg für den Einstieg in den Aktienmarkt aufzeigen und als Beratungsunterstützung dienen. Es soll nicht als Werbung für ETFs gesehen werden, die ja aufgrund ihrer Kostenstruktur in jedem Fall schlechter abschneiden müssen als der nachzubildende Index.