Manager des Baring Asia Growth im Gespräch „Oberteile, die den Herzschlag messen – das ist richtiger Hightech“

Leiter für asiatische Aktien und Investmentdirektor für Aktien der Asien-Pazifik-Region, Hyungjin Lee. Er managt unter anderem den Baring Asia Growth. Foto: Jürgen Bindrim

Leiter für asiatische Aktien und Investmentdirektor für Aktien der Asien-Pazifik-Region, Hyungjin Lee. Er managt unter anderem den Baring Asia Growth. Foto: Jürgen Bindrim

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DAS INVESTMENT: Manager mit dem sogenannten Garp-Ansatz, die stark wachsende Unternehmen zu niedrigen Preisen suchen, haben immer Zahlen, wie toll die Unternehmen in ihren Portfolios wachsen. Haben Sie so was auch?

HyungJin Lee: Selbstverständlich. Das Gewinnwachstum in unserem Vergleichsindex liegt bei rund 10 Prozent. Das im Portfolio ist mehr als doppelt so hoch.

Ist das okay, oder darf es gern etwas mehr sein?

Lee: Es ist ganz okay. Es geht ja nicht nur ums Wachstum, sondern auch um dessen Qualität und die Bewertung. Schauen Sie mal, wenn der Ölpreis dieses Jahr von seinem tiefen Niveau kräftig anzieht, dann wachsen die Gewinne der Ölfirmen prozentual sehr stark. Vielleicht sogar überdurchschnittlich stark. Aber ich glaube trotzdem nicht, dass wir diese Unternehmen kaufen. Denn es ist kein gutes und nachhaltiges Wachstum.

Die Dividende interessiert Sie nicht?

Lee: Wir schauen sicherlich auf die Kontinuität der Dividende, aber die Höhe selbst ist für uns kein Kriterium. Stark wachsende Unternehmen stecken ihre Gewinne ohnehin größtenteils wieder in die Firma, anstatt sie auszuschütten.

In Ihrem Fonds haben Sie solche modernen Themen wie saubere Energie, Sportkleidung und Botox-Produktion. Wo bleibt denn das Altmodische wie Banken oder Rohstoffe?


Lee: Altmodische Branchen haben sicherlich den einen oder anderen Bewertungsvorteil. Und sicherlich haben wir auch einige Banken. Aber wir suchen nach Unternehmen mit guter, starker Politik und nachhaltigem Wachstum. Und die finden wir häufiger in anderen Gebieten.