Marc Friedrich Der Raubzug geht weiter: Negativzinsen für Sparer

Marc Friedrich

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Jetzt ist es soweit. In Deutschland verlangt mit der Skatbank, die Internet-Tochter einer Volksbank in Thüringen, die erste Bank Strafzinsen auf Guthaben von mehr als 500 000 Euro.

Fällig wird der Negativzins für den Kunden erst, wenn seine Gesamteinlagen, die drei Millionen Euro Grenze überschreiten. Somit wird dies die meisten Bundesbürger vorerst nicht betreffen. Jedoch ist jetzt nicht mehr von der Hand zu weisen, dass Deutschlands Sparer endgültig die Zeche für die vollkommen aus dem Ruder gelaufene Rettungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bezahlen.

Die Finanzielle Repression geht unvermindert weiter und legt sogar einen Zahn zu. Dies haben wir leider folgerichtig in unseren beiden Büchern prognostiziert. Die nächste Krise können die Staaten nicht mehr selber stemmen, sondern jetzt müssen die Bürger und Sparer herangezogen werden. Wobei, auch die Rettung der Finanzwelt 2008-2012 haben selbstverständlich auch wir alle bezahlt. Den wir sind der Staat! Es ist völlig egal welchen Namen man den Rettungsorgien gibt. Ob Bail-Out oder Bail-In - zahlen tut im Endeffekt immer der Bürger.

Heute wird noch der eine oder andere Bürger sagen: “Diese Maßnahme betrifft mich nicht, weil ich nicht soviel Geld auf dem Konto habe.“ Dies kann sich jedoch ganz schnell ändern. Was wenn eine alternativlose Notsituation eintritt und die Banken wieder wild und aufgeregt mit ihrer Systemrelevanzkarte wedeln? Dann werden die Akutere in Politik wie gewohnt schnell huschen um die Märkte nicht zu verunsichern und alles tun. Sei es auch noch so irrsinnig und teuer. Dann werden aus den 500.000 Euro Guthaben eben mal ganz schnell 500 Euro Guthaben, die mit Negativ Zinsen besteuert werden.

Hier möchten wir kurz nach Spanien verweisen: Dort hat die Regierung im Juli alle Konten mit einem Strafzins von 0,003 Prozent belastet - dies aber rückwirkend zum 01. Januar 2014! Wir sehen also, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Nachtigall ich hör dir trapsen

Noch wird von Seiten der Volksbanken und Sparkassen für Beruhigung gesorgt. Laut dem Raiffeisen- und Volksbanken-Verband BVR und des Sparkassenverbands DSGV soll die Causa Skatbank ein Einzelfall bleiben. Eine BVR-Sprecherin teilte mit: „Der BVR spricht sich weiterhin gegen negative Zinssätze für Einlagen von Privatkunden aus.“ Laut DSGV sei der Wettbewerb in Deutschland so intensiv, dass er Strafzinsen nicht zulasse.

Asoka Wöhrmann, seines Zeichens Chefanlagestratege der Deutschen Asset & Wealth Management und somit oberster Vermögensverwalter der Deutschen Bank, sieht das bereits grundlegend anders. Nach seiner Einschätzung werden Strafzinsen auf Konten und Sparbüchern von Geschäfts- sowie Privatkunden bald zur Normalität. Wir sollten uns alle vor Augen führen was diese Aussage bedeutet. Nachtigall ich hör dir trapsen.

Es ist unabdinglich sich zu verinnerlichen was Geld überhaupt ist. Geld ist der Gegenwert für die Menschliche Arbeit, Geld ist also ein Anspruch auf Waren oder Dienstleistungen. Die Bürger können ihr Geld durch Konsum verbrauchen oder aber auf eigenen Konsum verzichten und sparen.

Dieser gegenwärtige Konsumverzicht wurde, bis die Notenbanken global angefangen haben die Zinsen immer weiter zu senken und somit begannen „Geld zu drucken“, mit Zinsen belohnt. Sparer haben ihr Geld der Bank gegen Zins geliehen und diese hat es weiter an Unternehmen gegen einen höheren Zins weiterverliehen.

Diese Unternehmen haben Waren hergestellt beziehungsweise Dienstleistungen erbracht und mit den erwirtschafteten Erträgen den Kredit abbezahlt. Sparer haben also durch ihren Konsumverzicht  Investitionen und somit Wirtschaftswachstum ermöglicht.

Heute ist der Sachverhalt grundlegend anders. Die Notenbanken drucken Geld um faktisch bankrotte Staaten und marode Banken künstlich am Leben zu erhalten. Die Banken werden mit dem billigem Geld der Notenbanken überflutet und das Geld der Sparer ist nichts mehr wert – beziehungsweise schmilzt wie Eis in der Wüstensonne. Dies spiegelt sich in den niedrigen Zinsen wider. Auf Grund dessen wird der Sparer durch die Notenbanken seiner Möglichkeit beraubt aktiv für das Alter vorzusorgen. Eine verheerende Altersarmut ist vorprogrammiert.