Marktkommentar Fidelity Öl – Treibstoff für Angsthasen?

Ölplattform im Golf von Mexiko. Abgesehen von Schwellenländeraktien und Inflation bewegt der Ölpreis die Märkte auf lange Sicht wenig. | © Getty Images

Ölplattform im Golf von Mexiko. Abgesehen von Schwellenländeraktien und Inflation bewegt der Ölpreis die Märkte auf lange Sicht wenig. Foto: Getty Images

Viele Anleger beziehen ihre Konjunkturprognose von der Preistafel an der Tankstelle. Das Ergebnis der Blitzanalyse: Sinkt der Ölpreis, schwächelt die Konjunktur, wird der Sprit hingegen teurer, brummt die Wirtschaft. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Tatsächlich sind die Wechselwirkungen zwischen Ölpreis, Kursen, Wirtschaftswachstum und Inflation weitaus komplexer. Und wer allein auf vermutete „typische“ Korrelationen zwischen unterschiedlichen Anlageklassen spekuliert, kann sich gewaltig täuschen. Wer mehr wissen will, muss genauer hinschauen.

Nervosität erfasste im Frühjahr alle Märkte

Denn die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen an den Märkten können stark schwanken: Gerade der Blick auf die Entwicklung des Ölpreises und anderer Anlageklassen während der vergangenen Monate macht das deutlich. Zu Beginn dieses Jahres war der Ölpreis gefallen, was gemeinhin als Zeichen für nachlassende Rohstoffnachfrage und damit für eine konjunkturelle Schwächephase gilt. In dieser Phase war zu erwarten, dass auch die Kurse riskanter und wachstumsabhängiger Anlageklassen wie Aktien sinken.

Und tatsächlich stiegen die Korrelationen zwischen Ölpreis und Aktienkursen in dieser Phase deutlich an. Die Korrelation des marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 zum Ölpreis beispielsweise machte einen regelrechten Sprung auf 54 Prozent (Basis: ein Jahr; Stand 02.03.2016) gegenüber dem langfristigen Wert von nur 17 Prozent (Basis: zehn Jahre, Stand 02.03.2016). Die Korrelation zu den Kursen risikoreicher Schwellenländeraktien war noch höher. Die Anleger interpretierten den fallenden Ölpreis also offenbar als Indikator für eine sinkende Wirtschaftsleistung.

Gleichlauf auch bei anderen Anlageklassen

Allerdings entwickelten sich im Frühjahr auch andere Anlageklassen im Gleichlauf mit dem Ölpreis. Höher verzinsliche Anleihen etwa zeigten Anfang März auf Jahresbasis eine nahezu vollständige Korrelation zum Ölpreis. Wer sich gegen vom Ölpreis getriebene Volatilität schützen wollte, dem boten sich nur wenige Rückzugsorte.

Ölpreisanstieg erzeugt derzeit keinen Preisdruck

Doch schon ein halbes Jahr später ist das Bild ein völlig anderes: Die Ein-Jahres-Korrelationen zwischen Ölpreis und den Kursen an den Aktien- und Anleihemärkten sind per 03.08.2016 gegenüber dem 02.03.2016 auf breiter Front gesunken. Besonders bemerkenswert ist die Abkopplung des Ölpreises von den US-Inflationserwartungen. Obwohl der Ölpreis im Jahresverlauf wieder deutlich anstieg, erwarten Marktteilnehmer keinen höheren Preisdruck. Die Korrelation auf Jahresbasis zwischen Ölpreis und Inflationserwartung lag zum Stichtag Anfang August sogar weit unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (jeweils zum Stichtag 03.08.2016).

Öl bewegt Märkte auf lange Sicht wenig

Ein Blick auf die historischen Korrelationen zeigt: Abgesehen von Schwellenländeraktien und Inflation bewegt der Ölpreis die Märkte auf lange Sicht wenig. Es ist also unwahrscheinlich, dass die starke Abhängigkeit zum Beispiel zwischen Ölpreis und Anleihemärkten auf Dauer erhalten bleibt. Die sinkenden Korrelationen der vergangenen sechs Monate sind somit auch als Zeichen für eine gewisse Marktberuhigung zu bewerten.

Hohe Korrelation offenbart Verunsicherung

Investoren sollten sich bei ihren Anlageentscheidungen jedenfalls nicht auf allzu simple Korrelationsannahmen verlassen. Der Ölpreis bildet da keine Ausnahme. So ist zum Beispiel derzeit nicht klar, ob etwa ein erneut sinkender Ölpreis wirklich auf sinkende Nachfrage hindeuten würde und damit ein Krisenindikator wäre. Möglicherweise zeigte ein Preisrückgang nämlich bloß an, dass die Ölanbieter etwas länger brauchen, um ihr Angebot einem nervösen Marktumfeld anzupassen. Denn eines ist sicher: Die Lage an den Märkten bleibt weiterhin angespannt, und Investoren sorgen sich in solchen Phasen stets mehr um Kursrückgänge, als nach Chancen zu suchen.

Mehr zum Fidelity Zins & Dividende erfahren Sie hier.

*Vollständiger Fondsname: Fidelity Funds - Global Multi Asset Income Fund Fidelity Zins & Dividende A-GDIST-EUR (hedged); ISIN: LU1129851157; Die FIL Investment Services GmbH veröffentlicht ausschließlich produktbezogene sowie allgemeine Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit erlauben keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung. Der Wert der Fondsanteile und die Höhe der Ausschüttungen können sowohl sinken als auch steigen und müssen nicht mehr den Wert des ursprünglich investierten Kapitals erreichen. Bei der Berechnung der Wertentwicklung wird der Ausgabeaufschlag nicht berücksichtigt. Wechselkursschwankungen können den Wert des Investments beeinflussen. Bitte beachten Sie, dass die Anteilsklassen in der jeweiligen Anteilsklassen-Währung denominiert sind. Die Preise in anderen Währungen sind lediglich indikativ. Den Chancen, die mit Anlagen in Investmentfonds verbunden sind, stehen Risiken gegenüber. So kann etwa der Wert der Fondsanteile schwanken und ist nicht garantiert. Überdies reduzieren individuelle Kosten und Gebühren die Wertentwicklung. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage der wesentlichen Anlegerinformationen, des letzten Geschäftsberichtes und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes. Sie erhalten diese Unterlagen kostenlos bei FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt/Main oder über www.fidelity.de. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das F Symbol sind eingetragene Warenzeichen von FIL Limited. MK8857