Marktkommentar „US-Arbeitsmarktdaten lassen Leitzinsanhebung fraglich erscheinen“

Christian Bender, Fremdwährungsexperte und Portfoliomanager der Hansainvest

Christian Bender, Fremdwährungsexperte und Portfoliomanager der Hansainvest

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Wir hatten zu den nächsten Fed-Terminen Mitte Juni oder Ende Juli eine leichte Zinserhöhung und einen weiteren Zinsschritt nach der US-Präsidentenwahl im November für das wahrscheinlichste Szenario gehalten. Doch die Tatsache, dass die Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätze weit unter den Erwartungen geblieben war, versetzte die Märkte kurz vorm Wochenende in Erregung.

Insofern rechnen wir kurzfristig nicht mehr mit der nächsten Zinserhöhung. Spielraum für höhere Leitzinsen sehen wir gleichwohl noch: Zum einen zeigt sich der amerikanische Häusermarkt robust und die Verbraucher haben ihre Verschuldung abgebaut. Zum anderen sind Wirtschaft und Finanzmärkte gut auf eine Anhebung vorbereitet. Ein Überschießen der amerikanischen Währung ist nach der vorübergehenden Dollarschwäche in den ersten vier Monaten 2016 jedoch weiterhin nicht zu erwarten.

US-Währung könnte weiter zulegen

Die etwas schärfere Rhetorik der US-Notenbank hatte den Greenback in den vergangenen Wochen zunächst klettern lassen. Wir können uns vorstellen, dass die amerikanische Währung gegenüber dem Euro bis zum Jahresende auch noch etwas weiter zulegt. Sollte das geschilderte Notenbankszenario noch eintreffen, erscheint ein Anstieg in Richtung 1,05 möglich.

Wir halten Dollar-Titel deshalb wegen der Währungskomponente für attraktiv. Dollar-Papiere bieten zudem deutlich höhere laufende Zinseinnahmen als vergleichbare deutsche oder französische Papiere. Im Gegenzug gilt es, vorübergehende Wechselkursschwankungen auch einmal auszuhalten. Bei Engagements in fremden Währungen sollten Anleger und Investoren zudem bereit sein, einen längerfristigen Anlagehorizont von mindestens zwei bis drei Jahren mitzubringen.

Abstimmung über Brexit belastet Pfund

Die vorübergehende Dollarschwäche in den Auftaktmonaten des Jahres 2016 haben wir in unserem Portfolio mit einer Variierung des Dollaranteils über Devisen-Forward-Geschäfte abfedern können. Ende Mai 2016 waren wir mit dem Hansainternational zu 39,2 Prozent in Dollar-Papieren investiert. Als weiteres Kerninvestment im Fonds kamen Euro-Anleihen sowie Rententitel in den Währungen Pfund und Yen hinzu.

Die japanische Währung entwickelte sich seit Jahresbeginn weit überdurchschnittlich, was den dort gebotenen Negativzins überkompensierte. Das Pfund neigte dagegen im Vorfeld der Abstimmung über einen EU-Austritt Großbritanniens zur Schwäche. Auch das jüngste Fernsehduell zwischen dem britischen Premier Cameron und Nigel Farage, Vorsitzender der EU-kritischen UKIP, konnte den Marktteilnehmern ihre Sorgen nicht nehmen.

Im Portfolio haben wir die Pfund-Position gegenüber unserer Benchmark vorsichtig untergewichtet. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass Großbritannien die Europäische Union verlassen wird.