Milliardenfonds auf dem Prüfstand Die seltsame Schwäche des DWS Top Dividende

Hält weiter an seinem vorsichtigen Ansatz fest: Dividendenfondsmanager Thomas Schüßler, DWS | © DWS

Hält weiter an seinem vorsichtigen Ansatz fest: Dividendenfondsmanager Thomas Schüßler, DWS Foto: DWS

Thomas Schüßler hat gerade keine gute Zeit, gar keine Frage. Seit 2016 läuft sein Fonds, der 17,8 Milliarden Euro schwere DWS Top Dividende, der Konkurrenz hinterher. Drei Viertel der Aktien-Einkommen-Fonds schneiden über fünf Jahre besser ab als er. Die Fondsdatenbank von Morningstar weist das in Prozent aus. Der DWS-Fonds kommt damit auf 75 Prozent (Stand: 14. Juni 2018). Über zehn Jahre steht ein Wert von 62 Prozent (für die Privatanleger-Anteilsklasse, ISIN: DE0009848119). Warum also die Schwäche vor allem in den jüngeren fünf Jahren?

Da ist zunächst einfach Pech. Ein konservativer Manager wie Schüßler hat seit Jahren das Börsenumfeld gegen sich. Aktionäre wollen lieber Wachstum als Dividenden. Aktien wie Facebook, Amazon, Netflix und Google (Fang-Aktien) erfüllen diese Träume. Denn sie wachsen, egal, was die Wirtschaft an sich so macht. Wen kümmert es da schon, ob es einmal im Jahr 3 oder 4 Prozent Dividende gibt?

Das erklärt aber noch immer nicht, warum Schüßler innerhalb seiner Vergleichsgruppe – also unter Gleichgesinnten – so weit hinten liegt. Auf Anfrage erklärt er: „Das resultiert aus der konservativen Positionierung nicht nur gegenüber dem Gesamtmarkt, sondern auch gegenüber dem Gros der global anlegenden Dividendenfonds.“

Dazu ein paar Risikozahlen, die das stützen: Die Volatilität des DWS Top Dividende über drei Jahre liegt bei 9,8 Prozent. Der globale Aktienmarkt schwankte hingegen – obwohl historisch unterdurchschnittlich – mit deutlich höheren 11,2 Prozent. Der Maximalverlust über drei Jahre liegt für den Aktienmarkt bei 13,1 Prozent. Der DWS-Fonds verlor in der Spitze lediglich 9,5 Prozent.

Die zehn größten Positionen im DWS Top Dividende

  1. Allianz (Versicherung) 3,9 Prozent
  2. Cisco Systems (IT) 3,8 Prozent
  3. Nextera Energy (Versorger) 3,5 Prozent
  4. Taiwan Semiconductor Manufacturing (IT) 3,5 Prozent
  5. Pfizer (Pharma) 3,3 Prozent
  6. Unilever (Konsum) 3,3 Prozent
  7. Nippon Telegraph & Telephone (Telekom) 3,3Prozent
  8. Pepsi-Co (Trinken, Essen) 2,8 Prozent
  9. Royal Dutch Shell (Energie) 2,6 Prozent
  10. Novartis (Pharma) 2,3 Prozent