Mit großer Vergleichstabelle Die erfolgreichsten Aktienfonds für Japan

Die Mutter dieses Mädchens hat Windeln der Marken Goo.n, Merries und Pampers gekauft: Goo.n ist eine Marke des Papierkonzerns Daio Paper. Sein Wandel zum Pflegemittelhersteller macht die Aktie interessant. | © Getty Images

Die Mutter dieses Mädchens hat Windeln der Marken Goo.n, Merries und Pampers gekauft: Goo.n ist eine Marke des Papierkonzerns Daio Paper. Sein Wandel zum Pflegemittelhersteller macht die Aktie interessant. Foto: Getty Images

Archibald Ciganer setzt auf Windeln. Für Babys. In Japan. Von einem Papierproduzenten. Denn tatsächlich haben ein Block Schreibpapier und eine Windel etwas gemeinsam: Sie bestehen aus Zellstoff. Zumindest meistens. Somit hat Fondsmanager Ciganer in den von ihm betreuten Japan-Aktienfonds T. Rowe Price Japanese Equity die Aktie von Daio Paper gekauft. „Das besondere ist, dass fast die Hälfte des erzielten Gewinns aus Reinigungs- und Körperpflegemitteln stammt“, sagt Ciganer und erwähnt die Windelmarke Goo.n. „Ich bin der Meinung, dass der Gewinn aus dem Windelgeschäft in den nächsten fünf Jahren mehr als die Hälfte des Konzernergebnisses ausmachen wird, sodass von einer Neubewertung auszugehen ist.“ Dazu muss man abwarten können. Archibald Ciganer kann das: „Wir sind geduldige Anleger.“

Er arbeitet auf einem der derzeit heißesten Aktienmärkten der Welt: dem japanischen. Wobei man ausdrücklich zwischen den Wirtschaftsdaten aus der Draufsicht und den Unternehmensergebnissen unterscheiden muss. Einerseits beginnt die Wirtschaft nach langer Durststrecke immerhin wieder ein wenig zu brummen.

Vollbeschäftigung in Japan

Seit 2015 wächst die Produktion um gut ein Prozent jährlich. Boom geht aber anders. Allerdings sind die überschüssigen Kapazitäten aus der 80er-Jahre-Spekulationsblase nach Jahrzehnten endlich abgebaut. Es wird sogar schon hier und da eng. „Die Nachfrage zieht so sehr an, dass Unternehmen auf Hochtouren arbeiten müssen“, berichtet Ken Maeda, Leiter für japanische Aktien bei der Fondsgesellschaft Schroders. Die Arbeitslosenquote ist auf 2,9 Prozent gesunken. Das geht schon als Vollbeschäftigung durch. Nur die lang und heiß ersehnte Inflation will sich nicht einstellen. Die Lohnrunden laufen weiter schlaff, der Ölpreis steigt zu langsam.

Dass die Aktienkurse davon losgelöst kräftig laufen, liegt an Regierungschef Shinzō Abe. Seine als Abenomics bekannte Kombination aus Konjunkturhilfen und stützender Geldpolitik durch die Zentralbank hat Japans Wirtschaft stabilisiert. Zudem hat er bis zu einem gewissen Grad das Unternehmertum umgekrempelt. „Mithilfe von Regulierung und förderlichen Anreizen möchte sie Folgendes erreichen: höhere Governance-Standards, unter anderem die verpflichtende Einstellung externer Geschäftsführer, höhere Eigenkapitalrenditen und allgemein höhere Renditen für Kapitalgeber, also Aktionäre“, erklärt Fondsmanager Ciganer. Somit vermeldet er ein zweistelliges Gewinnwachstum für 2017, obwohl die Umsätze der Unternehmen kaum anzogen.

Über 20 Prozent Gewinnwachstum pro Jahr

Die Fondsgesellschaft Comgest rechnete aus, dass die Gewinne je Aktie im Aktienindex MSCI Japan von 2012 bis 2018 um 21,4 Prozent stiegen. Pro Jahr. In den USA waren es nur 6,2 Prozent und in Europa 3,8 Prozent. Eine andere Statistik untermauert die These von den Wirtschaftsreformen. Demnach stieg die Kapitalrendite in Japan von 3,6 Prozent im Jahr 2012 auf 7,1 Prozent 2017. Im Rest der Welt – gemessen am Aktienindex MSCI World ex Japan – sank sie im selben Zeitraum von 9,8 auf 7,9 Prozent.