Musterdepot-Kommentar vom 10. Juni 2016 Offensives Depot: Keine Angst vor möglichem Brexit

Wayne Rooney, Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft: Auch Anleger sollten die Europameisterschaft in Frankreich im Blick behalten. Foto: Getty Images

Wayne Rooney, Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft: Auch Anleger sollten die Europameisterschaft in Frankreich im Blick behalten. Foto: Getty Images

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Der Countdown läuft schon eine ganze Weile, doch spätestens am 20. Juni um kurz vor 23 Uhr beginnt die heiße Phase. Sollten sich nämlich an diesem Montagabend bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich am letzten Spieltag der Gruppe B sowohl die englische als auch die walisische Nationalmannschaft vorzeitig aus dem Turnier verabschieden müssen, könnte der dadurch freigesetzte Frust dazu führen, dass in Großbritannien die Gegner einer EU-Mitgliedschaft bei der drei Tage später stattfindenden Volksabstimmung zu diesem Thema die Überhand gewinnen. Umgekehrt dürfte ein Weiterkommen aller drei britischen Teams – Nordirland muss am 21. Juni gegen Deutschland ran – so manchen mit der EU unzufriedenen, aber letztlich noch unentschlossenen Wähler davon absehen lassen, sein Kreuz als Denkzettel zu gebrauchen.

Es ist kein Zufall, dass solch vermeintliche Kleinigkeiten darüber entscheiden können, ob der 23. Juni FAZ Online zufolge der „wichtigste Tag des Jahres, der Dekade oder vielleicht sogar weit darüber hinaus“ wird. Denn die Befürworter und die Gegner eines Brexit liefern sich in den Umfragen seit Wochen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Wer am Ende gewinnt? „Ich habe wirklich keine Ahnung“, sagt Uwe Rathausky. Der Manager des im offensiven Musterdepot von DER FONDS vertretenen Acatis Gané Value Event beobachtet allerdings, dass die Kapitalmärkte seit Wochen „total auf dieses Datum fixiert“ sind. Zu Unrecht, wie er findet: „Auch wenn es zu einem Brexit kommt, hört die Welt nicht auf sich zu drehen. Anleihen werden weiter bedient, und Unternehmen erzielen weiter Gewinne.“

Aus diesem Grund lehnt Rathausky es ausdrücklich ab, die Bestände des zusammen mit seinem Geschäftspartner Henrik Muhle betreuten Mischfonds auf den Tag X hin abzusichern. „Wir konzentrieren uns einfach nur darauf, günstig bewertete Aktien und Anleihen zu finden, die sich mittelfristig gut entwickeln sollten“, bekräftigt er.

Dazu gehört beispielsweise die Aktie des britischen Luxusmode-Herstellers Burberry, die derzeit 2,6 Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Rathausky: „Burberry-Produkte sind in aller Welt beliebt. Das werden sie auch nach dem 23. Juni noch sein – ganz egal, wie die Abstimmung ausgeht.“ Weitere Zukäufe beziehungsweise Aufstockungen der vergangenen Monate auf der Aktienseite sind Berkshire Hathaway, Novo Nordisk, L'Occitane, Apple, Hermès, Chipotle Mexican Grill und der US-Energiekonzern Phillips 66.

Doch auch im Anleihebereich haben Rathausky und Muhle in den vergangenen Monaten interessante Beteiligungen aufgetan. Durch mehrere Käufe im Januar und Februar zur größten Position aufgestiegen ist etwa ein unbegrenzt laufendes Papier der Deutschen Pfandbriefbank, das dem Manager-Duo bis zur voraussichtlichen Kündigung am 14. Juni 2017 eine Rendite von 7 Prozent beschert.