"Schuss vor den Bug" Björn Drescher über die Deutschland-Rente

Björn Drescher, Gründer und Geschäftsführer von Drescher & Cie.

Björn Drescher, Gründer und Geschäftsführer von Drescher & Cie.

Wie in einem Wahljahr nicht anders zu erwarten, haben die Minister Al-Wazir, Grüttner und Schäfer der schwarz-grünen hessischen Landesregierung ihren Vorschlag einer Deutschland-Rente unlängst aufgewärmt und konkretisiert.

Und das ist gut so! Schließlich ist es wichtig und richtig, mit Blick auf die staatliche Förderung und die Investitionsrichtlinien entsprechender Kapitalanlagen über eine Reform der privaten Altersvorsorge nachzudenken.

Viele Bedenken bleiben unausgeräumt. Dabei geht es weniger um die von Bundespolitikern oftmals angemahnte fehlende Kapitalgarantie der Deutschland-Rente, als vielmehr um konzeptionelle und strukturelle Mängel. Nach wie vor hinkt beispielsweise der gewollte Vergleich mit Einrichtungen wie dem norwegischen Staatsfonds, der sich vor allem aus Rohstoffeinnahmen speist. Zudem stellt sich weiterhin die Frage, inwieweit staatliche Einrichtungen überhaupt als Asset Manager geeignet sind, wer die  kollektive Anlagestrategie vorgeben, umsetzen und gegebenenfalls anpassen soll. Und schließlich bleibt auch die wettbewerbsverzerrende Rolle des Staates unter privaten Anbietern diskussionswürdig.

Die Finanzindustrie ist währenddessen gut beraten, die Diskussion als Schuss vor den Bug zu verstehen. Die Politik gibt zu verstehen, dass sie bereit ist, ganz andere Wege zu beschreiten, sollten die von ihr gewährten Förderanreize weiterhin mit Blick auf die Kostenstrukturen als Selbstbedienungsladen missverstanden werden.