Nebenprodukt und Viehfutter Dieser Rohstoff hat sich 2016 um 54 % verteuert

Ein Hühnerstall in Indonesien. Der Bedarf an Sojabohnenmehl und Mais als Tierfütterung ist global und konstant hoch. Foto: Getty Images

Ein Hühnerstall in Indonesien. Der Bedarf an Sojabohnenmehl und Mais als Tierfütterung ist global und konstant hoch. Foto: Getty Images

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Sojabohnen-Mehl, hergestellt aus zermahlenen Sojabohnen und in der Fütterung von Nutztieren eingesetzt, hat sich in diesem Jahr bis vergangenen Freitag um 54 Prozent verteuert. Das ist der größte Zuwachs im Bloomberg Commodity Index, der die Preise von insgesamt 22 verschiedenen Rohstoffen abbildet.

Hinter der Preis-Explosion stehen Überschwemmungen, die die Ernte vielerorts minimiert haben. Das Angebot aus Argentinien, dem weltweit größten Exporteur des Mehls, ist begrenzt. Zugleich steigt die weltweite Fleischproduktion immer weiter an, was der Nachfrage einen Schub nach oben gibt.

Die Rally bei den Mehlpreisen erhöht die Margen für Sojabohnen-Verarbeiter wie Archer-Daniels-Midland. Eine andere Auswirkung ist, dass zumindest einige Landwirte nach billigeren Alternativen in der Tierfütterung suchen - wie beispielsweise Mais.

Mehl-und Maisboom nur temporär?

Sanderson Farms, der viertgrößte Hühner-Produzent in den Vereinigten Staaten, hatte erst am Donnerstag der vergangenen Woche mitgeteilt, dass er vorerst kein weiteres Sojabohnen-Mehl und Mais kaufe - denn die Rally sei spekulativ, „temporär" und werde im Juni vorüber sein.

Auch wenn die Nachfrage nach Mais inzwischen zunimmt, ist er noch immer billiger im Vergleich zu Sojabohnen-Mehl. Die beiden Rohstoffe werden derzeit mit der größten Preis-Differenz seit November 2014 gehandelt.