Portfoliomanager erklärt Warum Aktien weiterhin attraktiv erscheinen

Die gestrige Ankündigung von US-Präsident Donald Trump (l.), aus dem von seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelten Iran-Atomabkommen auszusteigen, hielt auch die Händler an der New York Stock Exchange in Atem: Für die Zukunft am US-Aktienmarkt bleibt Portfoliomanager Christian Kempe aber trotz zuletzt heftiger Kursschwankungen optimistisch. | © Getty Images

Die gestrige Ankündigung von US-Präsident Donald Trump (l.), aus dem von seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelten Iran-Atomabkommen auszusteigen, hielt auch die Händler an der New York Stock Exchange in Atem: Für die Zukunft am US-Aktienmarkt bleibt Portfoliomanager Christian Kempe aber trotz zuletzt heftiger Kursschwankungen optimistisch. Foto: Getty Images

Christian Kempe, Do Investment AG

Ungeachtet der positiven ökonomischen Großwetterlage legten die Finanzmärkte im ersten Quartal 2018 einen holprigen Start hin. Per Saldo fielen in den ersten drei Monaten des Jahres globale Aktien gemessen am MSCI World Index um rund 4 Prozent.

Ab Februar prägten dann drei Entwicklungen die Märkte: Zunächst rückte ein US-Arbeitsmarktbericht die Frage steigender Inflation in den Vordergrund. Danach befeuerte Präsident Donald Trump Protektionismus-Ängste. Zu guter Letzt offenbarten sich hausgemachte Probleme im Tech-Sektor.

Die Volatilität ist folglich an die Finanzmärkte zurückgekehrt und Anleger fragen sich: Welche Erkenntnisse sollten sie aus dem ersten Quartal des Jahres mitnehmen und wie wird es an den Aktienmärkten weitergehen?

Drei Belastungsfaktoren

Nach der anfänglichen Januar-Rally reagierten die Märkte im Februar das erste Mal negativ. Grund war ein Bericht des US-Arbeitsministeriums, wonach die Arbeitslosenrate auf 4,1 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit 2001 fiel. Hinzu kam ein starkes Lohnplus von 2,9 Prozent, was zuletzt 2009 verzeichnet wurde.

Diese Zahlen sorgten für Spekulationen, dass die US-Notenbank stärker an der Zinsschraube drehen müsse als bisher erwartet. Allerdings rückten die Inflationsängste im weiteren Verlauf des Quartals so schnell sie aufkamen auch wieder in den Hintergrund.

Handelskrieg mit China

Weitaus nachhaltiger in ihrer dämpfenden Wirkung auf die Aktienmärkte entwickelte sich die Diskussion um einen möglichen Handelskrieg zwischen China und den USA. Unter Berücksichtigung unseres grundsätzlich konstruktiven, ökonomischen Ausblicks, erachten wir die Debatte allerdings eher als Störfeuer.

Handelsströme unterliegen komplexen Wirkungsmechanismen und die Kausalbeziehungen sind selten eindeutig. Vielleicht führt eine Annäherung der teilweise unterschiedlichen Zollbestimmungen am Ende sogar zu einer Wohlstandsmehrung.

Die dritte Belastung der Märkte ging vom Sicherheitsproblem beim Social Media-Giganten Facebook aus. In der Folge dieses Skandals verlor dessen Aktie zwischenzeitlich mehr als ein Fünftel ihres Wertes. Im Abwärtsstrudel von Facebook erlitten auch die anderen beiden großen US-Internetunternehmen Google/Alphabet und Amazon Kursrückgänge um jeweils 15 Prozent.

Der zentrale Risikofaktor besteht allerdings in möglichen regulatorische Änderungen in Bezug auf die US-Technologie-Oligopole. Der Anteil von Technologiefirmen im S&P 500 beträgt inzwischen ein Viertel, was ihn zur wichtigsten Branche macht. Eine von politischer Seite ausgelöste Einschränkung der monopolistischen Dominanz einzelner Tech-Firmen würde deren Gewinnsituation schmälern und Anlegern über kurzfristige Skandale hinaus Kopfschmerzen bereiten.