Pro & Contra Draghi-Put: Wird „whatever it takes“ noch länger wirken?

Susanne Woda (rechts) Portfoliomanagerin bei GVS Financial Solutions und Wolfgang Juds (links), Geschäftsführer von Credo Vermögensmanagement in Nürnberg (Foto: GVS, Credo)

Susanne Woda (rechts) Portfoliomanagerin bei GVS Financial Solutions und Wolfgang Juds (links), Geschäftsführer von Credo Vermögensmanagement in Nürnberg (Foto: GVS, Credo)

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Susanne Woda, Portfoliomanagerin bei GVS Financial Solutions glaubt, dass es dem EZB-Chef Draghi gelungen ist, den Druck vom Markt zu nehmen: EZB im Handlungszwang

Die konventionellen Mittel der Geldpolitik sind ausgeschöpft. Niedrige Zinsen allein reichen nicht mehr aus, um die Wirtschaft der Euro-Zone anzukurbeln und die ein Abrutschen in die Deflation zu verhindern.

Das Problem liegt in der weiterhin niedrigen Kreditvergabe, die in diesem Jahr traurige Negativrekorde erreichte. Wie sollen auch Banken geneigt sein, Kredite an Unternehmen in einem unsicheren Wirtschaftsumfeld zu vergeben, wenn sie gleichzeitig gezwungen sind, ihre Bilanzen zu bereinigen, die Risiken herunterzufahren und die Margen in keinem Verhältnis zu den Risiken stehen?

Immerhin hat es Draghi in den letzten Jahren geschafft mit einfachen Mitteln – nämlich Worten statt Taten – den Druck vom Markt zu nehmen und so den Banken und den so heterogenen europäischen Staaten die Chance zu geben, sich aus ihrem Dilemma zu befreien.

Im Hintergrund wird fleißig an einem Sicherheitsnetz geschraubt, das regelt, wer bei einer Bankenpleite zur Kasse gebeten wird. Denn eins ist klar – auch die Europäische Zentralbank (EZB) will möglichen Schaden von sich fern halten. Deswegen wird sie an ihrer Hinhaltetaktik so lange wie möglich festhalten.

Bisher funktioniert das hervorragend. Mit der bloßen Ankündigung, auch unkonventionelle Maßnahmen in Betracht zu ziehen, hat sie den Euro auf Talfahrt geschickt und so eine wichtige Unterstützung für die europäische Exportwirtschaft geschaffen.

Allein die Märkte spielen nicht ganz mit. Kaum kommen Zweifel am entschlossenen Handeln der EZB auf, wird der Währungshebel in die andere Richtung umgelegt.

Um nicht das Vertrauen der Märkte zu verspielen, muss die EZB nun liefern. Mit dem Zugeständnis, in den relativ kleinen europäischen ABS-Markt einzugreifen, hält sie ihr Engagement in Grenzen setzt aber ein Zeichen. Frei nach dem Motto: kleine Ursache - große Wirkung.