Risikomanagement Mit SRRI Risiken in der Spur halten

Aufziehen von Schneeketten in den französischen Alpen: Risiken sind allgegenwärtig – beim Autofahren ebenso wie bei der Geldanlage. Mit gezielten Maßnahmen lässt sich die Spur gut halten | © Getty Images

Aufziehen von Schneeketten in den französischen Alpen: Risiken sind allgegenwärtig – beim Autofahren ebenso wie bei der Geldanlage. Mit gezielten Maßnahmen lässt sich die Spur gut halten Foto: Getty Images

Bei Fonds, deren Risiken über die Zeit schwanken können, bekommen Anleger, was sie sich im Zusammenhang mit Lebensmitteln seit Langem wünschen: eine einfache und einprägsame Information über mögliche Risiken. Der SRRI ist so etwas wie die Lebensmittelampel für Fonds – und liefert Beratern einen guten Aufhänger, um mit Kunden ins Gespräch zu kommen.

1. Das SRRI-Konzept

Die Klassifizierung von Fonds nach dem sogenannten Synthetic Risk Reward Indicator – auf Deutsch: Synthetischer Risiko-Rendite-Indikator (SRRI) – ist bereits seit mehreren Jahren gesetzlich vorgeschrieben und deshalb in der „wesentlichen Anlegerinformation“ zu jedem Fonds enthalten. Die Kennzahl wird oft eher nebensächlich behandelt, dabei kann sie Anlegern eine gute Hilfestellung geben. Das Ziel dieser Kennzeichnung: Anleger sollen auf einen Blick erkennen können, wie riskant ein Fonds investiert. So können sie die Anlage finden, die zu ihrer Risikobereitschaft passt. Dazu müssen Emittenten jeden ihrer Fonds in eine von sieben SRRI-Risikoklassen einordnen. Die Klassen kennzeichnen jeweils eine Bandbreite, innerhalb derer sich der Wert eines Fonds in der Vergangenheit nach oben und unten entwickelt hat. Je geringer die Schwankungen, desto niedriger die Risikoklasse. Mit zunehmender SRRI-Stufe wachsen dagegen die historischen Kursbewegungen und damit auch das Risiko.

Grafik 1: Die sieben SRRI-Klassen im Überblick

2. Wie Volatilität beim SRRI als Maßstab für Risiko funktioniert

Volatilität ist nicht gleich Risiko, gilt aber in der Finanzwelt als wichtiger Indikator. Sie misst, wie stark sich der Wert eines Fonds im Zeitablauf nach oben und unten verändert. Der SRRI nutzt die Kennzahl als maßgeblichen Faktor, um das Risiko unterschiedlicher Fondsportfolios auf einen Blick vergleichbar zu machen. Konkret geben die jeweiligen Klassen Bandbreiten an, innerhalb derer sich der Wert eines Fonds in den vergangenen fünf Jahren bewegt hat. Hat ein Fonds zum Beispiel eine Volatilität von 2,5 Prozent, zählt er zur Risikoklasse 3 und damit zur mittleren Risikokategorie.

3. Bandbreiten ohne Gewähr

Kurzzeitig kann sich der Wert eines Fonds auch stärker verändern und phasenweise deutlich über das Risikoband seiner Klasse hinausgehen. Erst wenn Wertschwankungen über einen Zeitraum von mehreren Monaten massiv außerhalb der Bandbreite liegen, rutscht der Fonds in die entsprechend höhere Risikoklasse. Selbst wenn ein Fonds seine Risikoklasse bislang gehalten hat, liefert die Rückschau somit keine Garantie dafür, dass ein Fonds auch in Zukunft gleich viel oder wenig schwankt. Sie liefert eher einen Anhaltspunkt für Schätzungen der künftigen Entwicklung. Damit ist klar: Fonds können aus ihrer SRRI-Klasse herausfallen, wenn auch nicht von heute auf morgen. In der Vergangenheit ist dies vor allem in Phasen erhöhter Volatilität an den Börsen vorgekommen. Für Anleger und Berater ist dann der Zeitpunkt gekommen zu überprüfen, ob ein Fonds noch zum individuellen Risikoprofil des Anlegers passt. Gegebenenfalls empfehlen Berater umzuschichten.