Skagen Funds Warum Korea jetzt für Anleger interessant ist

Søren Milo Christensen, Portfoliomanager Skagen Global

Søren Milo Christensen, Portfoliomanager Skagen Global

Der Wille zu politischen Reformen ist unserer Meinung nach das stärkste Argument für ein Investment in Schwellenländer.

Ein weiterer Vorteil für Anleger: Die Bewertungen von Schwellenländern im Vergleich zu den entwickelten Märkten sind immer noch niedrig. Das liegt daran, dass sie eine mehrjährige Niedriglohnperiode aufgrund von hoher Inflation und geringer Nachfrage hinter sich haben. Nun sinken die Nebenkosten für Unternehmen und der Konsum steigt, was für viele Firmen in den Emerging Markets sehr positiv ist.

Bereits im vergangenen Jahr waren wir davon überzeugt, dass 2017 das Jahr der Schwellenländer sein würde. Und in der Tat hat sich dies bestätigt. Neben dem wirtschaftlichen Gesamtumfeld finden in mehreren bedeutenden Schwellenländern, beispielsweise in Korea, derzeit Reformen statt, die für alle Finanzmarktteilnehmer langfristig von Nutzen sein werden.

Korea

Korea steht bereits seit längerem an der Schwelle zum Industriestaat und bietet aus unserer Sicht ein besonders gutes Investitionsumfeld. Im Auftrag unserer Kunden haben wir aktuell um die 988 Millionen Euro in kleine und große koreanische Firmen investiert.

Nachdem die ehemalige Präsidentin Park Geun-hye aufgrund von Korruptionsvorwürfen am 10. März ihres Amtes enthoben wurde, fanden am 9. Mai 2017 Neuwahlen statt. Die Südkoreaner entschieden sich mit großer Mehrheit für Moon Jae-in von der Demokratischen Partei.

Zwar ist es noch zu früh, um die genauen Auswirkungen seines Wahlsiegs deuten zu können. Eines ist jedoch klar: Der neue Präsident wird mit anderen Parteien koalieren müssen, um weitere Reformen durchsetzen zu können. Keine Partei hat zurzeit eine mehrheitliche Sitzverteilung in der Koreanischen Nationalversammlung. Die Minjoo Partei hat zwar das beste Wahrergebnis erzielt, aber nur 40 Prozent der Sitze inne und damit keine parlamentarische Mehrheit.

Neue Firmenstrukturen – Chaebols im Wandel

Erst vor kurzem waren wir direkt vor Ort, um das Land noch näher kennen zu lernen. Ein allgemeiner Umschwung ist in vielen der landesweit größten Unternehmen zu spüren. Für uns ist es besonders wichtig, diese Entwicklung zu erkennen und richtig zu ermessen. Die als Familien-Konglomerate geführten Unternehmen, im Land auch als so genannte Chaebols bekannt, scheinen sich zu wandeln und Aktionären sowie Kontrollinstanzen mehr Rechte einzuräumen. Dieser Wandel ist vornehmlich auf politischen Druck zurückzuführen.

Die Chaebols waren seit dem Ende des zweiten Weltkrieges maßgeblich am Aufbau und der Entwicklung koreanischer Firmen beteiligt. Bei Skagen tendieren wir gern dazu, dort zu investieren, wo ein starkes Privateigentum besteht, da dies eine Interessensbeteiligung mit Minderheitsgesellschaftern ermöglicht. Dennoch: Ein Wechsel hin zu deutlicher definierten Strukturen würde dem koreanischen Markt helfen, weitere internationale Investoren zu gewinnen, die bisher von schwierigen und verwobenen Geflechten ausgegangen sind.

Wir erwarten, dass auch eine Regierung unter Präsident Moon Jae-in die Chaebols in die Pflicht nehmen und von einer Restrukturierung überzeugen wird - vor allem auch um allgemeine Standards in den Unternehmensführungen zu verbessern. Aus diesem Grund sehen wir bei koreanischen Titeln ganz besondere Vorteile.

Samsung

Eines unserer größten Investments in Korea, der Elektronikhersteller Samsung, hat bisher hervorragende Renditen erzielt. Sicherlich rührt diese Performance aus den guten Unternehmensergebnissen, aber eben auch aus den Reformen, die  von der Unternehmensleitung initiiert und durchgeführt wurden.

Samsung hat sicherlich noch einen weiten Weg vor sich, dennoch nimmt das Unternehmen in puncto Reformwilligkeit eine Vorreiterrolle ein. Bereits jetzt kann man in einigen anderen börsennotierten koreanischen Unternehmen positive Entwicklungen spüren. Bei Skagen sind wir über diesen Fortschritt sehr erfreut, wissen aber, dass der Gesamtprozess noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Auch die Korruptionsaffäre um den Vorsitzenden der Samsung Gruppe, Lee Jae-yong, hat bisher keinen negativen Einfluss auf das Unternehmen. Samsung hat eine solide Führungs-Mannschaft, deren Mitglieder unserer Ansicht nach sehr fähige Vorstandskräfte sind.