Thorsten Michalik: „ETF-Kosten stehen für Anleger nicht an erster Stelle“

Thorsten Michalik, db x-Trackers

Thorsten Michalik, db x-Trackers

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DAS INVESTMENT.com: Sie sind zweitgrößter Anbieter in Europa nach fünf Jahren. War das auch der Plan?

Thorsten Michalik: So direkt sicherlich nicht. Aber es freut uns natürlich, dass wir so stark gewachsen sind.

DAS INVESTMENT.com: Was hat Sie in den fünf Jahren überrascht?

Michalik: Dass das Kostenargument bei Anlegern offensichtlich doch nicht an erster Stelle steht. Wir hatten vor ein paar Jahren einen ETF auf den Euro Stoxx 50 mit einer Verwaltungsgebühr von Null Prozent. Würden Anleger bei ihrer Anlageentscheidung hauptsächlich auf Kosten achten, hätten wir viel mehr Mittelzuflüsse aus teureren Produkten sehen müssen.

DAS INVESTMENT.com: Was aber nicht geklappt hat, denn die bestehen munter weiter.

Michalik: Für institutionelle Anleger ist es wichtig, dass ein Produkt oder eine Asset Klasse einen entsprechend langen Track Record aufweist. Anleger wollen sehen, wie sich Produkte bei Marktverwerfungen verhalten. Die Kosten in Form von Verwaltungsgebühren sind nicht alles.

DAS INVESTMENT.com: Spielt die Kritik an Swap-Konstruktionen eine Rolle?

Michalik: Nein. Es ist nur erstaunlich, dass viele Anleger weiterhin in teure Produkte investiert sind, die auch mit Swaps arbeiten. Und das kann ich mir nur damit erklären, dass die Hemmschwelle für einen Anbieterwechsel sehr hoch liegt. Sollten weitere neue Anbieter in den Markt wollen, werden sie es schwer haben. Erstens ist das Preisniveau schon niedrig, zweitens entscheiden sich Anleger nicht nur aufgrund der Preise für einen bestimmten Anbieter und drittens ist ein Track Record für eine Anlageentscheidung wichtig.