UBS Economist Insights Zentralbanken – die Lösung für alles?

Kann die Bank of England Großbritanniens Probleme lösen? (Bild: Getty Images)

Kann die Bank of England Großbritanniens Probleme lösen? (Bild: Getty Images)

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Der Brexit hätte die Märkte abstürzen lassen sollen und es kam auch zu einem kurzfristigen Kursrutsch. Jedoch wurden rasch mögliche weitere Zinssenkungen und mögliche Programme zur quantitativen Lockerung der Zentralbanken eingepreist: Sowohl für die Bank of England, als auch für die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB). Denn die Notenbanken sind  in den Köpfen der Marktteilnehmer zur Lösung für alle Probleme geworden.

Doch wie begründet ist diese Annahme und die daraus resultierende Zuversicht an den Finanzmärkten? Diese Frage beantwortet UBS-Fixed-Income-Experte Joshua McCallum. In der aktuellen Ausgabe der UBS Economist Insights untersucht er die Leitzinsen der Zentralbanken, die wirtschaftspolitischen Verflechtungen sowie der Fundamentaldaten der britischen, US-amerikanischen und europäischen Märkte.

Ein Blick auf die Bedeutung Großbritanniens im Welthandel und die möglichen Konsequenzen des Brexit zeigt: Zwar sind geldpolitische Maßnahmen durch die Bank of England gerechtfertigt – schließlich ist der Brexit ein landesspezifischer Schock. Auf die US-amerikanische Wirtschaft hat der Brexit allerdings keine weitreichenden Auswirkungen und ist kein Grund für geldpolitische Interventionen der Fed. Auch hinsichtlich möglicher weiterer quantitativer Lockerungsmaßnahmen der EZB sind die Märkte zu optimistisch: Ob Mario Draghi noch weitere Maßnahmen durchbringen kann und ob der Austritt der Briten die Europäischen Union näher zusammenbringt, bleibt zu bezweifeln. Die Auswirkungen des Brexit sind in Anbetracht der Vernetzung der Volkswirtschaften und ihrer Notenbanken nur schwer einzuschätzen. Doch eines weiß McCallum mit Sicherheit: Der Optimismus der Finanzmärkte könnte gefährlich sein.