Weggang von Matthias Born Morningstar setzt Rating für 12 AGI-Fonds aus

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Die Analyseagentur Morningstar hat ihr qualitatives Rating für zwölf Fonds aus dem Hause des großen Marktakteurs Allianz Global Investors ausgesetzt. Der Grund: AGI-Fondsmanager Matthias Born verlässt das Unternehmen Ende September. Er wechselt zur Hamburger Privatbank Berenberg.

„Wir sind der Meinung, dass Borns Weggang aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und seines guten Track Records ein signifikanter Verlust für Anleger darstellt“, schreibt Morningstar-Analystin Barbara Claus in einer Analyse auf dem Online-Portal der Agentur.

Als Konsequenz aus Borns Weggang setzt Morningstar jetzt das Rating für die folgenden zwölf Fonds von AGI aus. Alle Fonds tragen jeweils die Morningstar-Bewertung „Silber“ oder „Bronze“:

  • Concentra
  • Allianz Thesaurus
  • Allianz German Equity
  • Allianz Adifonds
  • Allianz Wachstum Euroland
  • Allianz Euroland Equity Growth
  • Allianz Wachstum Europa
  • Allianz Europe Equity Growth Select
  • Allianz Europe Equity Growth
  • Allianz Continental European
  • Kapital Plus
  • Allianz Capital Plus

Unter den Fonds, die vorübergehend in die Abteilung „under review“ verschoben wurden, befindet sich auch der populäre Mischfonds Kapital Plus und seine Luxemburger Variante Allianz Capital Plus - ein oft wiederkehrender Anlegerliebling gemäß den Absatzzahlen großer deutscher Maklerpools. Die Strategie ist nicht allein auf Aktien ausgerichtet. Trotzdem stellt der Aktienanteil aus Morningstar-Sicht die wichtigste Renditequelle im Fonds dar. Daher verlegen sich die Analysten auch hier auf Vorsicht.     

Als positiv bewertet Morningstar hingegen die Kontinuität durch Thorsten Winkelmann, der bereits seit 2003 als Manager für europäische Aktien für AGI tätig ist. Winkelmann leitet gemeinsam mit Matthias Born das Team für europäische Wachstumsaktien. Nach Borns Weggang wird Winkelmann hier alleinige Verantwortung übernehmen. „Mit Winkelmann und den vier weiteren Fondsmanagern des insgesamt sechsköpfigen Teams sowie dem etablierten Anlageprozess, der auf die Suche nach qualitativ hochwertigen Unternehmen mit stetigem Umsatzwachstum abzielt, sollte für Kontinuität gesorgt sein“, urteilt Morningstar-Analystin Claus.

Speziell für den Bereich deutsche Aktien, Research-Schwerpunkt des scheidenden Matthias Born, wird AGI ein neues Team unter Leitung des langjährigen AGI-Aktienspezialisten Christoph Berger einrichten. Diesem Team wird auch Thomas Orthen angehören, der seit rund einem halben Jahr neben Matthias Born für den AGI-Fonds Fondak verantwortlich zeichnet.

Das sagt AGI zum ausgesetzten Rating

Anlässlich des ausgesetzten Ratings kommentiert ein Sprecher von AGI gegenüber unserem Portal:
„Dass Morningstar Ratings aussetzt, wenn Schlüsselpersonal wechselt, ist ein Standardverfahren. Bei einigen der jetzt vom Rating ausgesetzt Fonds war Matthias Born als leitender Fondsmanager tätig, in anderen war er ein Mitglied des Teams. Wir sind zuversichtlich, dass wir bei den in Kürze stattfindenden Review-Mettings mit Morningstar die Analysten von unserem Teamansatz überzeugen können und die Fondsratings wieder eingesetzt werden.“  

Bei den jetzt ausgesetzten Ratings für zwölf AGI-Fonds handelt es sich um das qualitative sogenannte Analysten-Rating von Morningstar. Dabei bewerten die Analysten neben der Konsistenz der Performance auch den Investmentprozess, die Qualität des Fondsmanagements, die Fondskosten und insgesamt die Produktpalette der Gesellschaft. Jeder Fonds mit einem qualitativen Morningstar-Rating wird jährlich überprüft und das Rating gegebenenfalls angepasst. Dasselbe gilt, wenn sich zwischenzeitlich Veränderungen ergeben, die Einfluss auf den Fonds haben können.

Das genaue Prozedere von Morningstar beim Aussetzen von Ratings hat unser Portal in der Vergangenheit am Beispiel des Fonds DWS Aktien Strategie Deutschland nachvollzogen.