Wohnimmobilienkreditrichtlinie Übergangsfrist für 34i-Berater läuft in 1 Woche aus

Wohnimmobilienkreditrichtlinie: Übergangsfrist für 34i-Berater läuft in 1 Woche aus | © skitterphoto.com

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Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie setzt eine zuvor erlassene EU-Richtlinie von europäischem in deutsches Recht um. Sie hat als oberstes Ziel, den Verbraucher zu schützen: zum einen vor Überschuldung, zum anderen vor unprofessioneller Beratung.

Zunächst sorgte das Gesetz jedoch für starke Verunsicherung, weil die Ausführungen sehr vage blieben und viel Raum für Interpretationen ließen. Neu war vor allem, dass nun das Alter der Darlehensnehmer an Einfluss gewann, während der Wert der Immobilie nicht länger in die Kalkulation einfließen sollte.

Spannungsfeld: Absicherung und Ansprüche

Kreditinstitute fanden sich infolgedessen in einem Spannungsfeld zwischen Risikoabsicherung und Kundenansprüchen wieder. Sie setzten die WIKR mithilfe individueller Regelungen um. Einige Banken reagierten mit besonders restriktiven Vergabeverfahren.

Die Konsequenz: Die Zahl der abgeschlossenen Immobilienkredite sank bei diesen Instituten. Schnell spekulierten Medien und Verbraucher, dass im Zuge der WIKR besonders zwei Altersgruppen benachteiligt würden: unter 30-Jährige und über 50-Jährige Darlehensnehmer.

WIKR: Hauptziele und Konsequenzen

Auswertungen der größten deutschen Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, Europace, mit der auch Dr. Klein arbeitet, zeigen elf Monate nach Einführung der WIKR Veränderungen für Immobilieninteressenten ab 40 Jahren.

Im Vergleich zu den elf Monaten vor Inkrafttreten der Richtlinie sanken die Abschlüsse in der Altersgruppe von 40 bis 50 Jahren um knapp sechs Prozentpunkte, bei den 50- bis 60-Jährigen um etwas weniger als 4 Prozentpunkte.

Bei Kreditnehmern, die zwischen 60 und 70 Jahre alt sind, gingen die Abschlüsse sogar um fast 13 Prozentpunkte zurück. Demgegenüber lässt sich ein vermuteter Rückgang bei jungen Kreditnehmern (zwischen 18 und 30 Jahren) nicht bestätigen, hier stieg die Zahl der Vertragsabschlüsse um mehr als sechs Prozentpunkte.