10 Fonds im Crashtest Die besten globalen Long-Short-Aktienfonds

Beste Aussichten, aber gut abgesichert: Long-Short-Fonds nutzen die Chancen der Aktienmärkte und schützen im Ernstfall vor größeren Verlusten. Foto: Getty Images

Beste Aussichten, aber gut abgesichert: Long-Short-Fonds nutzen die Chancen der Aktienmärkte und schützen im Ernstfall vor größeren Verlusten. Foto: Getty Images

// //

Mit Short-Positionen lässt sich auch an fallenden Kursen Geld verdienen. Im aktuellen Crashtest haben wir Fonds betrachtet, die an den globalen Aktienmärkten sowohl long als auch short  unterwegs sind. Zwar erfüllen bislang nur zehn Fonds die Crashtest-Kriterien, das Angebot wächst jedoch kontinuierlich: Weitere 21 Fonds sind für diesen Vergleich bislang noch zu klein oder zu jung.

Die besten globalen Long-Short-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Loys Global L/S 175 56 84 35 137
2 Oyster Market Neutral 164 61 80 23 245
3 Sycomore L/S Opportunities 146 47 74 25 337
4 Uni-Global Absolute Return 134 35 79 20 109
5 Candriam Index Arbitrage 134 33 96 5 1229
5 weitere Fonds >>
Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag:1. Februar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag:1. Februar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Trotz der noch überschaubaren Auswahl müssen Anleger bei der Auswahl genau hinschauen, denn die einzelnen Manager setzen die Short-Positionen sehr unterschiedlich ein. So können sie als zusätzliche Alpha-Quelle dienen wie beim Oyster Market Neutral, dem besten Fonds in Sachen Performance. Sie können aber ebenso nur zur Absicherung eingesetzt werden.



Der Siegerfonds Lloys Global L/S geht nicht gezielt short in einzelnen Unternehmen, bei denen fallende Kurse zu erwarten sind, sondern setzt nur auf Index-Short-Positionen, um einen Teil der Marktrisiken abzusichern. Für die auf Aktien spezialisierte Oldenburger Investmentboutique Loys ist der Fonds ein Zugeständnis an die Kunden, die nicht mit den typischen starken Schwankungen des Aktienmarkts leben wollen – und die bessere Alternative zu klassischen Mischfonds.

Letztere stecken nach Ansicht von Loys-Vorstand Ufuk Boydak in der Zinsfalle. In den vergangenen Jahren haben die sinkenden Zinsen sowohl Aktien als auch Anleihen begünstigt und so die Performance der Mischfonds beflügelt. „Ein solches Szenario ist heute nicht mehr möglich, da die Zinsen mittlerweile extrem niedrig sind und keinen Spielraum mehr nach unten haben“, meint Boydak. „Wir halten die Absicherung von Aktien mit Aktien für strukturell besser und absehbarer als ein Hedging über andere Asset-Klassen.“

Der Gesamt-Sieger: Loys Global L/S

Loys-Manager Ufuk Boydak kombiniert Long-Positionen in globalen Qualitätsaktien mit Short-Positionen in Aktienindizes. Letztere sollen keinen Performancebeitrag liefern, sondern lediglich das Portfolio absichern und Rücksetzer möglichst auf maximal 5 Prozent begrenzen. „Die Short-Positionen sind unser Sicherheitsnetz. Wir haben grundsätzlich etwa immer zwei Drittel des Marktrisikos abgesichert“, erklärt Boydak. Die Netto-Aktienquote beträgt somit in der Regel um die 30 Prozent. Theoretisch könnte sie bis auf 60 Prozent steigen oder bis auf 10 Prozent sinken. „Einen gewissen Investitionsgrad haben wir aber immer“, so Boydak.

Für das Long-Portfolio erfolgt die Auswahl nach dem bewährten Investmentprozess der Oldenburger Investmentboutique Loys. Dabei stehen Boydak zufolge „unterbewertete Qualitätsaktien“ im Fokus: „Wir wollen Unternehmen zu einem Preis kaufen, der bei maximal 70 Prozent des von uns errechneten fairen Werts liegt. Unter Qualität verstehen wir zeitstabile Geschäftsmodelle, die vor Wettbewerb einigermaßen geschützt sind, ein gutes Management, absehbare Ertragskraft und stabile Profitabilität.“

Der seit 2015 von Frankfurt aus agierende Loys-Manager investiert in Unternehmen jeder Größe. Derzeit hat er aber vor allem Nebenwerte im Portfolio, insgesamt 60 bis 65 Titel. Zwar hat Boydak den Deutschland-Anteil im Fonds in den vergangenen Monaten bereits zurückgefahren, heimische Aktien sind aber mit einem Anteil von knapp 15 Prozent immer noch am stärksten gewichtet. Das begründet der Fondsmanager nicht nur mit den guten Chancen, die er hierzulande sieht, sondern auch mit seinem guten Zugang zu den Unternehmen. Sein Renditeziel liegt bei 4 bis 6 Prozent pro Jahr. Währungen sichert er weitgehend ab – keine Fremdwährung hat ein Gewicht von mehr als 5 Prozent.