Allianz Global Investors 3 von 4 Institutionellen setzen auf aktive Strategien

Straßenszene nach einem Luftangriff im syrischen Aleppo. In einer Befragung von AGI bezeichneten institutionelle Investoren geopolitische Risiken als die derzeit größte Gefahr. | © Getty Images

Straßenszene nach einem Luftangriff im syrischen Aleppo. In einer Befragung von AGI bezeichneten institutionelle Investoren geopolitische Risiken als die derzeit größte Gefahr. Foto: Getty Images

Institutionelle Investoren fürchten sich am meisten vor geopolitischen Risiken. Das ist Ergebnis einer globalen Befragung unter 755 Institutionellen, die im Rahmen des aktuellen Risk Monitors von Allianz Global Investors eine persönliche Einschätzung gaben.

44 Prozent der Profi-Investoren sagten demzufolge, dass besonders globale Unruheherde wie der Syrien-Konflikt oder die Nordkorea-Krise ihnen Sorgen bereiteten. An zweiter Stelle unter den Sorgenkindern steht ein globaler Wirtschaftsabschwung: 41 Prozent befürchten, dass es nach der weltweiten Hausse der vergangenen Jahre wieder bergab gehen könnte. Und auch die Aussichten auf einen Zinsanstieg bereiten professionellen Großanlegern Sorgen: 32 Prozent betrachten ihn als erhebliche Gefahr.

Die angespannte weltpolitische Lage sehen neun von zehn institutionelle Investoren als Bedrohung für ihre Investmentziele an: 91 beziehungsweise 90 Prozent bezeichneten Event Risks – also mit Einzelereignissen verknüpfte Risiken – und Aktienmarktrisiken als große Gefahr an.  

„Finanzmärkte operierten zwar noch nie im luftleeren Raum. Die Geopolitik scheint jedoch derzeit einen größeren Einfluss auf Investmententscheidungen zu haben als je zuvor in der jüngeren Geschichte“, kommentiert Neil Dwane, Global Strategist bei AGI, die Befragungsergebnisse.

Besonders ausgeprägt ist die Furcht vor Ereignisrisiken übrigens in Deutschland. 97 Prozent und damit beinahe jeder befragte institutionelle Investor hierzulande sieht seine Anlageergebnisse durch sie bedroht. Jeder Zweite hat sich zudem den Zeichen der Zeit gefügt und seine Ertragserwartungen fürs Portfolio heruntergeschraubt. Absicherungsstrategien gegen Kursverluste müssen her, sagen 62 Prozent der hiesigen Profi-Investoren.

Noch eine interessante Beobachtung: Drei von vier deutschen Institutionellen setzen vor allem auf aktiv gemanagte Strategien – eine bemerkenswerte Aussage in Zeiten der anschwellenden Nachfrage nach Passivinvestments. Zwei von drei Profianlegern investieren mittlerweile darunter auch in alternative Anlagestrategien.