BB African Opportunities Der Weg ist steinig – doch es geht aufwärts

Ein Mann erntet Datteln auf einer Farm in der Nähe der marokkanischen Stadt Erfoud. Die Industrialisierung in Marokko kommt der Landwirtschaft zugute. | © Getty Images

Ein Mann erntet Datteln auf einer Farm in der Nähe der marokkanischen Stadt Erfoud. Die Industrialisierung in Marokko kommt der Landwirtschaft zugute. Foto: Getty Images

Unsere Kernmärkte blieben im Dezember ruhig, die Zentralbanken behielten ihre Zinspolitik bei und die meisten Aktienindices beendeten den Monat erfreulich. Die wichtigste Entwicklung war der Sieg des Mitte-Rechts-Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen in Ghana.

Reformen tragen Früchte in Ägypten und Marokko

Besonders positiv entwickelte sich der Markt in Marokko. Dort erhöhten lokale Anleger ihre Aktienquote. Fernerhin hat das Land die Früchte der Industrialisierung geerntet und dürfte 2017 von Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft profitieren.

Ägypten treibt die Reformen voran und gewinnt an Fahrt: Seit der Einführung freier Wechselkurse haben die Banken Zuflüsse in Höhe von circa Sieben Milliarden US-Dollar erhalten, während die Devisenreserven mittlerweile höher sind, als der IWF es für das gegenwärtige Programm fordert. Allerdings verursacht diese Entwicklung einen makroökonomischen Schock, der mit kurzfristigem Druck auf das Wirtschaftswachstum und einem höheren Risiko für soziale Spannungen einhergeht. Folglich stellt sich der Weg zu einem Gleichgewicht als steinig dar.

Regierungen müssen aufpassen

Kenia steht ein schwieriges Jahr bevor: Die anstehenden Wahlen sorgen für viele politische Turbulenzen, während das neue Bankengesetz sich für das Kreditgeschäft als nachteilig erweisen könnte. Diese Einmischung bereitet Investoren vor allem deswegen Sorgen, weil die Kreditbranche für das Wirtschaftswachstum des Landes eine tragende Rolle spielt.

In Nigeria stellt sich die Regierung nach wie vor nicht den wirtschaftlichen Realitäten und sucht nach einem Ausweg aus den makroökonomischen Problemen, bei dem sie ihre schädliche Devisenpolitik nicht zu überdenken braucht.

Gewinne trotz Krisenumfeld

Der Fonds schloss 2016 im Jahresvergleich höher (in Euro/B-Anteilen), entwickelte sich jedoch schwächer als der Dow Jones Africa Titans 50-Index. Dieser profitierte von der Kurserholung bei den Rohstoffen und einem stärkeren südafrikanischen Rand. Der Grund: Wir hatten unsere strukturell untergewichtete Position bei Rohstoffen und Südafrika taktisch reduziert und konnten die Lücke gegenüber der Benchmark nicht schließen, ohne unser Mandat für primäre Investitionen außerhalb von Südafrika und in Rohstoffen zu beeinträchtigen.

Lässt man die Auswirkungen unserer strukturellen Untergewichtung in Südafrika und bei Rohstoffen außer Acht, war die Performance im Jahr 2016 durchaus beachtlich. Es ist uns gelungen Kapital in einem Krisenumfeld zu bewahren, das durch Devisenverkehrsbeschränkungen und substanzielle Währungsabwertungen gekennzeichnet war, insbesondere in Ägypten und Nigeria.

Zum Jahresauftakt präsentiert sich der Fonds mit einer soliden und liquiden Position. Sollten die Risiken aufgrund makroökonomischer Anpassungen in den afrikanischen Ländern weiter abnehmen, werden wir neue Investitionsmöglichkeiten finden. Dennoch bleiben wir vorsichtig: Der globale Hintergrund deutet darauf hin, dass während des ersten Halbjahres 2017 immer noch zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen sein werden. Allerdings sind wir der Auffassung, dass wir bei unseren größten länderspezifischen Engagements das Schlimmste überstanden haben, und werden schrittweise damit beginnen, uns konstruktiver zu positionieren.