Capital Group zu Tokio 2020 Japanische Aktien und der Olympia-Effekt

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Der Blick nach vorn: 2020 und danach

Alles in allem spricht die Analyse der Olympischen Spiele in Tokio zwar für positive, aber doch keineswegs große oder nachhaltige wirtschaftliche Auswirkungen. Die Investitionen dürften 2018 oder 2019 ihren Höchststand erreichen. Statt auf kurzfristige Erfolge zu setzen, verfolgen wir lieber einen längerfristigen Ansatz. Hier bietet Japan beeindruckende Anlagechancen dank einer Reihe langfristiger Entwicklungen.

1. Lohnanstieg

Die japanische Arbeitslosenquote ist im Januar auf 2,4 Prozent und damit auf ein 24-Jahres-Tief gefallen. Das Verhältnis von offenen Stellen zu Bewerbern ist mit 1,59 so hoch wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr. Früher wurden offene Stellen oft mit Teilzeitarbeitern gefüllt, die meist weniger als Vollzeitkräfte verdienten. Diese jahrzehntealte Praxis geht jetzt zu Ende. Immer mehr Unternehmen bieten unbefristete Vollzeitstellen an, da es ihnen schwerfällt, Mitarbeiter zu finden. Dies dürfte zu höheren Löhnen führen und letztlich den Konsum fördern.

2. Erholung des Einzelhandels

Der anhaltend schwache private Verbrauch, der etwa die Hälfte des japanischen BIPs ausmacht, war eine der größten Herausforderungen für das Land. Aus unserer Sicht liegt dies zum Teil an Mängeln des Gesundheits- und Sozialsystems. Verunsicherte Verbraucher sparen mehr: Die japanischen Haushalte haben daher Unmengen an Geld auf ihren Bankkonten angehäuft. Steigende Löhne und ein besseres Verbrauchervertrauen im Vorfeld der Olympischen Spiele 2020 könnten zu höheren Ausgaben führen.

3. Nachfrage von Touristen

Um bis zu den Spielen im Jahr 2020 das Ziel von 40 Millionen ausländischen Besuchern zu erreichen, hat die Politik die Visa-Vorschriften weiter gelockert und Billigfluglinien ermutigt, wichtige Flughäfen zu bedienen. Dies hatte einen gewissen Erfolg: Der Tourismus wurde ein wichtiger Wirtschaftsfaktor; 2017 besuchte eine Rekordzahl von 28,7 Millionen ausländischen Touristen Japan. Die Tourismusausgaben stiegen auf ein Allzeithoch von 4,4 Billionen Yen, davon knapp zwei Drittel für Einkäufe und Übernachtungen. Bis zu den Spielen dürfte der Tourismus weiter stark wachsen, und auch darüber hinaus. Es gibt Erstbesucher ebenso wie Menschen, die schon einmal in Japan waren.

4. Neubewertung von Aktien

So wie die Olympischen Spiele 1964 das Bild von Japan veränderten – von einem kriegszerstörten Land zu einer modernen, fortschrittlichen Nation – bieten die Spiele 2020 die Chance, das Bild vom Land der verlorenen Jahrzehnte zu revidieren. Die Spiele könnten Japan in einem besseren Licht erscheinen lassen und das Interesse ausländischer Investoren steigern. Dies könnte zu einer Neubewertung japanischer Aktien führen.

Vorsichtig bleiben und rechtzeitig handeln

Unser Investmentansatz möchte Anlegern helfen, langfristig erfolgreich zu sein. Wir investieren in japanische Unternehmen aufgrund ihrer mittel- bis langfristigen Fundamentaldaten und achten dabei genau auf die Bewertungen. Unser Japan Equity Portfolio enthält zurzeit nur wenige Titel, die direkt von den Olympischen Spielen 2020 profitieren können. An unseren langfristigen Investmentthemen hat sich insgesamt nicht viel geändert. Uns interessieren nach wie vor Unternehmen, die vom Internet der Dinge und der Fabrikautomatisierung profitieren können. Attraktiv sind auch Banken und Finanzdienstleister, denen die Reflation zugutekommt, sowie Unternehmen aus Wachstumsnischen mit internationalen Wettbewerbsvorteilen. Unternehmen, die sich rechtzeitig neu aufstellen und ihre Corporate Governance verbessern, sind ein weiterer Schwerpunkt.

Informationen zum Capital Group Japan Equity Fund (LUX), einer Core-Strategie für japanische Aktien aller Größenklassen, finden Sie hier.