Carmignac-Fondsmanager „Nur Aktien von schuldenfreien Unternehmen“

Xavier Hovasse ist Co-Manager des Carmignac-Fonds. | © Carmignac

Xavier Hovasse ist Co-Manager des Carmignac-Fonds. Foto: Carmignac

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Das soll den beiden Herren mal einer nachmachen. Eigentlich sind Xavier Hovasse und David Park in einem nicht gerade für seine Ruhe bekannten Marktsegment unterwegs. Sie suchen nämlich für den Carmignac Portfolio Emerging Discovery in Schwellenländern und sogar in den noch weniger entwickelten Frontier Markets nach mittelgroßen und kleinen lukrativen Aktien.

Die Kursschwankungen belaufen sich, gemessen an der Volatilität für derartige Fonds, auf gut und gern 17 Prozent im Jahr oder mehr. Selbst deutsche Aktien fieberten in den vergangenen drei Jahren mit einer Vola von 16 Prozent dahin. Und der Carmignac-Fonds? 10 Prozent.

An übermäßigen Schutzstrategien liegt es jedenfalls nicht. Die Manager sichern allenfalls mal eine Währung ab, wie jüngst den  Brasilianischen Real. Aktienmärkte bekommen nur dann einen Derivate-Schutzmantel, wenn es sich aufdrängt, wie in China 2015. „Da war die Spekulationsblase so offensichtlich, dass wir bei A-Aktien-Futures short gegangen sind“, erklärt Xavier Hovasse. 

Fondsmanager achtet auf „Capital expenditure“

Die niedrige Vola entsteht ganz anders. „Unser Portfolio besteht aus Unternehmen, die netto schuldenfrei sind“, berichtet Hovasse. „Wenn die Aktienmärkte unter Stress geraten, bleiben diese Aktien verhältnismäßig stabil.“ Eine Schlüsselkennzahl ist für ihn, wie viel Kapital ein Unternehmen für sein laufendes Geschäft einsetzen muss.

Capital expenditure heißt das im Englischen, kurz: Capex. Und damit zusammen hängt der freie Cashflow. Das ist das Geld, über das ein Unternehmen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb frei verfügen kann. Capex ist dort schon abgezogen.