Emerging Markets Sollten Anleger die Türkische Lira jetzt meiden?

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan präsentierte 2012 das neue Symbol der Lira: Der Außenwert der türkischen Landeswährung ist zuletzt auf ein neues Rekordtief gestürzt. | © Getty Images

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan präsentierte 2012 das neue Symbol der Lira: Der Außenwert der türkischen Landeswährung ist zuletzt auf ein neues Rekordtief gestürzt. Foto: Getty Images

Peter Botoucharov, T. Rowe Price

Die Türkei bietet im Vergleich zu den anderen Schwellenländern ein gefährliches Investment, da die Währung instabil ist. Wie viele Währungen der Schwellenländer leidet auch die türkische Lira unter einem erstarkenden US-Dollar und hat dieses Jahr einen regelrechten Abverkauf erfahren.

So hat die Lira um über 20 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Eine weitere geldpolitische Straffung ist auch nach der Wahl noch relevant, denn das makroökonomische Ungleichgewicht wurde noch nicht ausreichend angegangen.

Gefallener Lira-Kurs

Die Ankündigung der geldpolitischen Vereinfachung ist ein wichtiger Schritt gewesen, um auf die starke Inflation und die gefallene Lira zu reagieren. So hat sie den einwöchigen Repo-Satz, den Zins für einwöchiges Notenbankgeld, wieder eingeführt.

Der Repo-Satz ist sukzessive von 8,5 Prozent auf 17,75 Prozent angehoben worden. Der neue Rahmen liefert mehr Klarheit und einen regelbasierten Ansatz für die Geldpolitik und die Festlegung der Zinssätze.

„Geldpolitische Straffung kann die Lira stabilisieren“

Die weitere geldpolitische Straffung ist notwendig, um Kapital zurück ins Land zu holen und die Lira zu stabilisieren. Ein Haupttreiber für die Underperformance der Lira ist die anhaltend globale Bewegung hin zu höheren Zinsen und einer strafferen Geldpolitik, was zu einem Renditeanstieg der US-Staatsanleihen und zur Stärkung des Dollars in 2018 führte.

Wir erwarten, dass dieser Trend mittelfristig weiterhin anhalten wird, was den Druck auf die türkische Notenbank CBT verschärft, mit dem Markttrend Schritt halten zu können. Auch die realen Zinssätze sind nicht hoch genug, um die Lira langfristig zu stabilisieren. Sie könnten eher weiterhin gedrückt werden, sodass es wahrscheinlich ist, dass die Inflation in der Türkei zunehmen wird.

Sollten die politischen Entscheidungsträger nicht die Markterwartung hinsichtlich der Straffung erfüllen, ist ein weiterer Rückgang der Lira möglich. Dafür können positive Schritte nach der Wahl eine Rally für türkische Assets bedeuten, da die Lira aktuell günstig ist im Vergleich zu ihren Fundamentaldaten und den Währungen anderer Schwellenländer.