Gute Zahlen, schlechte Zwischentöne Zahl der Aktionäre erreicht Vorkrisenniveau

Tag der Abrechnung: Aktionäre der Deutschen Bank treffen am 21. Mai 2015 in Frankfurt ein. Wer Aktien besitzt, darf dorthin und mit abstimmen. | © Getty Images

Tag der Abrechnung: Aktionäre der Deutschen Bank treffen am 21. Mai 2015 in Frankfurt ein. Wer Aktien besitzt, darf dorthin und mit abstimmen. Foto: Getty Images

Die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds stieg im vergangenen Jahr um 12,1 Prozent auf rund 10 Millionen. Das meldet das Deutsche Aktieninstitut (DAI). Damit hätten inzwischen 15,7 Prozent der Deutschen direkt oder indirekt Aktien, heißt es weiter. Damit ist das Niveau von vor der Finanzkrise 2008 wieder erreicht.

Doch die Studienautoren finden einige Haare in der Suppe. So sei die Aktionärsquote im Vergleich zu anderen Industrienationen immer noch viel zu niedrig. Und der Anteil der Aktien am gesamten Geldvermögen der Deutschen sei mit 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nur wenig gestiegen. Außerdem sei fraglich, ob die neue Zuneigung zu Aktien weiterbesteht, wenn die Zinsen irgendwann mal wieder steigen.

Deshalb fordert das DAI von der Politik verbesserte Rahmenbedingungen für Aktienanlagen. So müssten Aktien und Fonds in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge einen größeren Platz einnehmen. Allerdings liege das angesichts des vorliegenden Koalitionsvertrags in weiter Ferne.

Zudem verlangt das DAI, dass Aktienanleger nicht mehr benachteiligt werden. Durch Steuern auf Unternehmens- und Anlegerebene würden Abgabesätze von rund 50 Prozent entstehen, während Anleihen mit der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Soli wegkämen. Außerdem hemme die neue Regulierung durch die Richtlinie Mifid II die Beratung zu Aktien.