Investec-Anleihen-Experte Wilfred Wee Warum der Renminbi nicht abstürzen wird

Straßenszene in Shanghai: Investec-Manager Wilfred Wee zweifelt nicht an der Stabilität der chinesischen Währung | © Getty Images

Straßenszene in Shanghai: Investec-Manager Wilfred Wee zweifelt nicht an der Stabilität der chinesischen Währung Foto: Getty Images

In Folge des Handelskonflikts zwischen China und den USA verlor der Renminbi (RMB) ab Mitte Juni 8,4 % gegenüber dem US-Dollar. Mitte August notierte er mit 6,935 RMB je US-Dollar und steht nach einer Erholungsphase aktuell bei ca. 6,80  RMB je US-Dollar (+1,5%).

Günstige Bewertungen nach dem Absturz

Laut mehrerer Bewertungskennzahlen ist der RMB so billig wie seit Ende 2016 nicht mehr, als die Sorgen um das chinesische Wirtschaftswachstum ihren Höchststand erreicht hatten. Viele Investoren stellen sich Fragen zur weiteren Entwicklung des Renminbi und möglichen Maßnahmen der chinesischen Regierung.

Der bisherige Verlauf des Handelskonflikts

Hinter uns liegen ereignisreiche Monate. Der Schlagabtausch im Handelskonflikt zwischen China und den USA verunsicherte sowohl die aufstrebenden als auch die entwickelten Märkte. Dies löste ab Mitte Juni einen Anfall von Renminbi-Schwäche aus, als die USA die Handelsspannungen durch die förmliche Identifizierung der ersten chinesischen Waren, die ins Visier genommen werden sollten, verschärften.

Die Wachstumsraten der chinesischen Importe und Exporte für Juli sind trotz Inkrafttreten der Zölle überraschend positiv.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Handelsmaßnahmen sind noch nicht ersichtlich. Doch trotz Inkrafttreten der Zölle Anfang Juli verzeichnete China überraschend positive monatliche Wachstumsraten seiner Exporte und Importe. Zwar ist die weitere Entwicklung noch nicht abzusehen, doch im Juli wuchs Chinas Handelsüberschuss gegenüber den USA im Vorjahresvergleich um 11,3 %.

Chinas Reaktion auf die US-Zölle

Die chinesische Regierung ist sich der wirtschaftlichen Risiken durch den Handelskonflikt bewusst. Neben der Abwertung des RMB wurden weitere geldpolitische, regulatorische und steuerpolitische Maßnahmen ergriffen, um möglichen Handelsrisiken zu begegnen.

Aufgrund des starken Wertverfalls befürchtete man jedoch eine Destabilisierung der Märkte und eine Verschlechterung des Geschäftsklimas in der Region. Zudem droht mit der Abwertung des RMB eine weitere Verschärfung der Konfrontation zwischen den USA und China.