Krisenwährung in der Krise „Gold behält Status als sicherer Hafen“

Gold: Der internationale Preis des Edelmetalls ist im vergangenen Halbjahr deutlich nachgegeben.  | © Gold Michael Steinberg

Gold: Der internationale Preis des Edelmetalls ist im vergangenen Halbjahr deutlich nachgegeben. Foto: Gold Michael Steinberg

Ein starker Dollar und die Aussicht auf höhere US-Zinsen, Konkurrenz von Kryptowährungen oder einfach mangelndes Vertrauen in das Edelmetall? Der aktuelle Negativtrend des Goldpreises stellt Experten weltweit vor die Frage nach den Ursachen.

Der Goldpreis stürzte seit Februar dieses Jahres von 1.360 US-Dollar pro Feinunze auf einen vorläufigen Tiefpunkt von unter 1.180 Dollar ab. Nichts wie raus, so scheint die Devise von Investoren hinsichtlich des Edelmetalls im Augenblick zu lauten.

Status als „sicherer Hafen“

Andreas Rapp, Ellwanger & Geiger Privatbankiers, Stuttgart

Ob als Inflationsschutz oder zur Anlage – seine Bedeutung im Portfolio hat das Edelmetall nach wie vor nicht verloren. In turbulenten Zeiten hat Gold immer wieder seine Bedeutung als Krisenwährung unter Beweis gestellt. So hat es immer wieder Zeiten von Kursschwankungen gegeben, die langfristig nichts am Status des Edelmetalls verändert haben.

Das wurde beispielsweise beim Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008 deutlich. Seinerzeit sank der Goldpreis zunächst, bevor er zu einem rasanten Anstieg ansetzte. Gerade weil Gold nicht beliebig vermehrt oder gar entwertet werden kann, bleibt es eine Alternative für eine kluge Diversifikation des Portfolios, insbesondere in Zeiten von Negativzinsen.

Münzen, Barren, Zertifikate

Nur wie investieren Anleger in das Edelmetall, wenn sie sich dafür entscheiden? Neben dem traditionellen Kauf von Goldmünzen und Goldbarren gibt es dafür eine große Bandbreite an Möglichkeiten.

 

Eine elegante Lösung stellen Wertpapiere dar, die einen entsprechenden Gegenwert in Gold verbriefen. Diese können ins Depot eingebucht werden. Lagerkosten und Risiken für das physische Gold würden dadurch entfallen und erst bei Auslieferung müsse sich der Anleger um eine sichere Aufbewahrung kümmern.

Eine indirektere Variante besteht darin, in Goldminenaktien zu investieren. Hier seien jedoch ein aktives Management und taktische Investitionsstrategien nötig, da diese über lange Zeit hinweg nicht an die Wertentwicklung des physischen Goldes herankommen würden.