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Kames Capital Die Zeit ist reif für mehr Kreditrisiko – unter einer Voraussetzung

Riskanter Sprung vom schwedischen Ski-Freestyler Jesper Bjornlundbei den Weltmeisterschaften in Suomu, Finnland. | © Getty Images

Riskanter Sprung vom schwedischen Ski-Freestyler Jesper Bjornlundbei den Weltmeisterschaften in Suomu, Finnland. Foto: Getty Images

Phil Milburn und David Ennett sind Fondsmanager bei Kames Capital. Sie sind der Ansicht, dass Anleger, die auf der Suche nach mehr Wertzuwachs in den riskanteren Bereichen des Anleihemarktes sind, 2017 ideale Bedingungen vorfinden – sofern es nicht zu einem Inflationsschock kommt.

„Wenn wir von einer galoppierenden Inflation verschont bleiben, ist unseres Erachtens das Klima ideal, ein höheres Kreditrisiko einzugehen, um 2017 Wertpotenzial zu erschließen – auch wenn das Frühjahr in dieser Hinsicht etwas heikel werden dürfte“, sagt Milburn. „Wir halten Anlagen mit einem Rating von Single B für optimal. Dabei bevorzugen wir Werte mit einer Laufzeit zwischen fünf und sieben Jahren und einer anständigen Rendite. Außerdem favorisieren wir Titel, deren Ertrag nicht übermäßig stark davon abhängt, dass gewichtige geopolitische Veränderungen zu ihren Gunsten ausfallen“, so Milburn weiter.

Ennett und Milburn machen deshalb einen großen Bogen um Unternehmensanleihen aus europäischen Peripherie- und Schwellenländern. „Letztere leiden häufig unter der immensen Schuldenlast in der Bilanz und nahezu immer unter einem Währungsrisiko. Die meisten werden in harter Währung ausgegeben, während ihre Erträge häufig auf Lokalwährung lauten“, erklärt Ennett.

Kabelfernsehbetreiber und Logistikunternehmen im Fokus

„Uns gefallen Unternehmen mit wiederkehrenden Einnahmeströmen wie Kabelfernsehbetreiber und Logistikunternehmen. Der US-amerikanische Dienstleister XPO Logistics ist zum Beispiel ertragreich und baut nach Übernahmen Schulden ab. Anleihen wurden aufgrund der Hoffnung auf Synergieeffekte und eine entsprechend starke Belebung der Cashflows und der Profitabilität zu günstigen Preisen ausgegeben“, nennt Ennett ein Beispiel.

Auch der US-Gesundheitssektor bietet den Fondsmanagern zufolge Chancen. Zwar herrscht  hier ein rauer Wind, nicht zuletzt wegen der Frage, inwieweit der designierte US-Präsident Trump die Gesundheitsreform von Barack Obama rückgängig machen wird. Dennoch schätzen Milburn und Ennett bestimmte Titel wie den US-Krankenhausbetreiber Hospital Corporation of America (HCA).  Zugleich nehmen sie ausgewählte Anlagechancen im Pharmasektor wahr.

Ein besonderes Augenmerk legen Ennett und Milburn auf den Energie- und Rohstoffsektor, der aus ihrer Sicht in den kommenden Monaten viele Chancen bieten wird. Obwohl die Ausfallquote seit dem Frühjahr2016 gestiegen ist und etwa eines von acht Energie-, Metall- und Bergbauunternehmen nicht mehrseine Schulden bedienen kann, ist der Markt nicht eingebrochen. Anders als in der Vergangenheit refinanzieren Kreditgeber auch in Phasen des Abschwungs  Energie-und Rohstoffunternehmen weiter.

In den vergangenen Jahren wurde in diesem Sektor zudem ausgesiebt. Nach empfindlichen Kurskorrekturen spiegelt sich das Ausfallrisiko im Aktienkurs inzwischen angemessener wider. „Es wurde gründlich aufgeräumt. Aber nach der Kurskorrektur, Refinanzierung und nachdem die größten Verlierer nicht mehr für Durcheinander sorgen, scheint der Sektor gut aufgestellt. Wir konnten bereits einige erfreuliche Kursanstiege beobachten, die sich 2017 fortsetzen dürften. Nachdem wir 2016 spektakuläre Zusammenbrüche erlebt haben, beurteilen wir den Markt derzeit recht optimistisch. Einige Unsicherheiten bleiben, aber in allen Bereichen gibt es solide Investments“, argumentiert Milburn.