Nach der US-Wahl Loys-Chef Christoph Bruns „Die Zinsen werden nicht mehr steigen“

Loys-Chef Christoph Bruns

Loys-Chef Christoph Bruns

DAS INVESTMENT: Das US-Wahlergebnis kam für viele Menschen überraschend. Waren Sie auch so perplex?

Christoph Bruns: Das war so nicht zu erwarten. Man musste ja annehmen, dass die weiblichen Wähler und die Wählerschicht der Minoritäten, insbesondere die große Gruppe der Farbigen und der Hispanic  überwiegend Frau Clinton wählen würden. Das ist nicht geschehen und das ist schon eine faustdicke Überraschung.

Sie leben in den USA und haben auch den Wahlkampf dort direkt miterlebt. Wie waren Ihre Eindrücke – und was kommt jetzt? 

Bruns: Das Land ist sehr gespalten. Alles, was Obama während seiner Amtszeit im Kongress auf den Weg gebracht hat, wurde torpediert. Jetzt hat Trump als neuer Präsident auch in beiden Kammern des Kongresses eine Mehrheit: Er kann durchregieren. Mit Donald Trump kommt jetzt ein „Präsident des Pöbels“ an die Macht. Spannend ist: Diese Entwicklung ist nicht allein amerikanisch. Wir sehen eine ähnliche Tendenz in Deutschland mit der AfD, wir sehen das beim französischen Front Nationale. Wir sehen das gleichzeitig in mehreren Erdteilen. Das ist zumindest spannend. Ob das  allerdings eine beruhigende Entwicklung ist, ist eine andere Frage.

Glauben Sie, dass Donald Trump das, was er während des Wahlkampfes gesagt hat, auch umsetzt? Es war oft keine klare Linie erkennbar.

Bruns: Er ist regelmäßig in die politische Diskussion gegangen, ohne vorbereitet zu sein. Er hat auch keinen politischen Apparat und keine Berater. Von der Partei hat er sich weitgehend losgesagt. Da trifft Bismarcks Satz zu: „Nirgendwo wird mehr gelogen als vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“ Vor der Wahl wird viel geredet, Trump hat teilweise auch Menschen angepöbelt. Ich vermute, dass er jetzt etwas Kreide fressen und mehr präsidial auftreten wird.