Nach Facebook-Datenskandal Warum mehr Regulierung zu mehr Oligopolen führt

Facebook-Chef musste zum Datenskandal rund um die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica vor dem US-Kongress Stellung beziehen. | © Getty Images

Facebook-Chef musste zum Datenskandal rund um die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica vor dem US-Kongress Stellung beziehen. Foto: Getty Images

Man konnte fast den Eindruck bekommen, Facebook-Chef Mark Zuckerberg sei als Hannibal mit seinen Daten-Elefanten über die Zuckerhügel in den Westalpen gestiegen und bedrohe von dort nun die Kuschelzone im Offline-Abendland.

Georg Oehm

In einer freien Gesellschaft ist es sicher so, dass Teil der Freiheit ist, dass volljährige Bürger nicht nur ihr Vermögen verschenken dürfen, wie zahlreiche Religionsstifter vor ihnen – das Gleiche darf jeder auch mit seinen Daten machen. Sie klicken und schon leisten Sie Ihre Zustiftung zur Datensammlung eines Anderen.

1. Regulieren wie Rockefeller

John D. Rockefeller gilt als bis heute reichster Mensch der Neuzeit. Im Mittelalter war wohl nur Fugger noch reicher. Rockefellers Vermögen entstand durch den Aufbau eines Monopols in der Verarbeitung und Verteilung von Öl mit einem Weltmarktanteil von in der Spitze mehr als 90 Prozent. Sein Unternehmen Standard Oil war Gegenstand einer Jahrzehnte währenden vielschichtigen Auseinandersetzung innerhalb der amerikanischen Gesellschaft. Den Höhepunkt erreichte diese, als die USA unter Präsident Theodore Roosevelt 1906 auf der Basis der neu eingeführten Kartellgesetze Klage erhoben. 1911 wurde Standard Oil in 34 Nachfolgegesellschaften zerlegt. Viele davon existieren bis heute, wie zum Beispiel Exxon Mobil, Conoco Philipps oder Chevron.

Einen nicht unbeträchtlichen Vermögenszuwachs erzielte Rockefeller nach der Zerschlagung. Die Kurse der Nachfolgegesellschaften fielen zunächst ins Bodenlose. Rockefeller erkannte aber, dass die Unternehmen auch zukünftig einen großen Wert haben würden und kaufte sich zu Ausverkaufspreisen im großen Stil in diese ein. Dass er über ein zeitweilig wohl einzigartiges Monopol verfügte, war eben kein Zufall. Sein Geschäftssinn war sehr ausgeprägt und versetzte ihn in die Lage, seine eigene Niederlage für ein gewinnträchtiges Geschäft zu nutzen. Er profitierte insbesondere auch davon, dass die neu erfundenen Autos und der erste Weltkrieg für steigende Ölpreise sorgten. Themenorientiertes Investieren à la Private Equity aus dem Lehrbuch.

Regulierung allein garantiert weder Gewinn noch Verlust – es handelt sich um einen Börseneinflussfaktor unter vielen.