Nachhaltigkeits-Studie von Schroders Klimawandel kostet Geld

Andrew Howard von Schroders zur Nachhaltigkeits-Studie: „Physische Risiken des Klimawandels verursachen Kosten bei Unternehmen und werden dennoch oft übersehen.“ | © Schroders

Andrew Howard von Schroders zur Nachhaltigkeits-Studie: „Physische Risiken des Klimawandels verursachen Kosten bei Unternehmen und werden dennoch oft übersehen.“ Foto: Schroders

Über vier Prozent des Marktwerts – so viel betragen die potenziellen Kosten für manche Unternehmen, um ihre Vermögenswerte gegen die Auswirkungen des Klimawandels abzusichern. Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie von Schroders. Die Analyse basiert auf der Annahme, dass Unternehmen sich – zumindest theoretisch – gegen physische Schäden versichern können, die sie durch klimabedingte Umweltveränderungen erleiden. Solche Schäden entstehen zum Beispiel durch extreme Wetterereignisse wie Überflutungen, Tornados, Dürren oder Waldbrände.

Schroders hat das Rahmenwerk für physische Risiken auf 10.000 Unternehmen weltweit angewendet und die Beträge ermittelt, die Unternehmen aufwenden müssten, um ihre physischen Vermögenswerte gegen Gefahren abzusichern, die durch die Erderwärmung und wetterbedingte Beeinträchtigungen entstehen. „Vergleicht man die implizierten Kosten mit dem Marktwert der Unternehmen, so kann man die Risiken für die Unternehmen systematisch messen, überwachen und steuern“, sagt Andrew Howard, Leiter Research für nachhaltige Anlagen bei Schroders.

Welche Sektoren sind am stärksten vom Klimawandel betroffen?

Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Sektoren Öl und Gas, Versorger sowie Grundstoffe den physischen Auswirkungen des Klimawandels am stärksten ausgesetzt sind. In diesen Sektoren belaufen sich die potenziellen Kosten für die Versicherung physischer Vermögenswerte auf mehr als drei Prozent ihres Marktwerts.

Dagegen sind die Risiken für die Sektoren Technologie, persönliche Gebrauchsgüter und Haushaltsartikel sowie das Gesundheitswesen am geringsten.

Kapitalintensität entscheidet über Kosten

Die meisten Klimaanalysen befassen sich hauptsächlich damit, wie sich Maßnahmen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auswirken. Sie beschäftigen sich also zum Beispiel mit Kohlenstoffpreisen oder Investitionen in saubere Energien. Physischen Risiken hingegen wurde bislang nur wenig Aufmerksamkeit zuteil. „Diese fehlende Berücksichtigung zeugt von Nachlässigkeit. Die Auswirkungen sind zwar geringer, jedoch werden sie mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eintreffen“, sagt Andrew Howard.

Die Nachhaltigkeitsanalyse von Schroders bewertet das Risiko von Unternehmen in Bezug auf physische Klimarisiken. Wenn Treibhausgasemissionen steigen, erwärmt sich die Erde – jedoch mit einer zeitlichen Verzögerung. Das bedeutet: Ein weiterer weltweiter Temperaturanstieg scheint angesichts der bereits freigesetzten Treibhausgase unvermeidbar.

Kapitalintensität entscheidet über Anfälligkeit

Veränderung des Gesamtwerts der Unternehmen unter Berücksichtigung klimabedingter physischer Risiken (in Prozent):

                                            Quelle: Schroders. Auf Grundlage der jüngsten verfügbaren Daten, Stand: März 2018

Es ist davon auszugehen, dass kapitalintensive Sektoren, die in anfälligeren Teilen der Welt operieren, die Auswirkungen am stärksten spüren werden. Geschäftsmodelle ohne große Fabriken, physische Betriebsstätten oder ähnliches weisen dagegen das geringste Risiko auf (siehe Abbildung).

Studienergebnisse haben Auswirkungen auf Anlageentscheidungen

Diese Analyse physischer Schäden wird in die Anlageentscheidungen der Analysten und Fondsmanager von Schroders mit einfließen. Außerdem hilft sie ihnen, das Risiko der von ihnen verwalteten Portfolios genau abzuschätzen.

Die Analyse reiht sich in eine Auswahl bereits bestehender Tools ein, die die Fondsmanager bei Schroders bei ihrer Arbeit einsetzen: Auch das Climate Progress Dashboard von Schroders sowie das Carbon Value at Risk-Modell wurden entwickelt, damit Anleger durch den Klimawandel bedingte Risiken besser bewerten können.

Den vollständigen Bericht finden Sie nachstehend als PDF-Datei. Bitte beachten Sie jedoch, dass er in englischer Sprache verfasst wurde und sich nur an professionelle Anleger und Finanzberater richtet.

Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von Andrew Howard und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar.