Neues aus dem BlackRock-Blog Vor der EZB kaufen?

Thomas Wiedenmann, Vertriebsexperte von BlackRocks ETF-Plattform iShares

Thomas Wiedenmann, Vertriebsexperte von BlackRocks ETF-Plattform iShares

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Die Idee ist simpel und verlockend: rechtzeitig in einen Markt zu investieren, bevor die große Nachfragewelle anrollt. Theoretisch ist das bei europäischen Unternehmensanleihen eine Option. Denn das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), das „Corporate Sector Purchase Programme (CSPP)“, ist angelaufen. Am 8. Juni 2016 ging es los, im ersten Monat wurden bereits Corporate Bonds im Wert von 8,5 Milliarden Euro aufgekauft – fast ausschließlich über den Sekundärmarkt, wie die EZB bekannt gegeben hat. In ihrer Sitzung am 8. September hat sie an diesem Kurs unverändert festgehalten.

Kurze Überschlagsrechnung: Wenn das Programm bis März 2017 fortgeführt wird mit Käufen zwischen sieben und neun Milliarden Euro pro Monat, wird die EZB am Ende Euro-Unternehmensanleihen („non-financial“, also Anleihen von Kreditinstituten ausgenommen) im Wert von rund 56 bis 72 Milliarden Euro besitzen. Das sind immerhin zehn Prozent der Non-Financials-Unternehmensanleihen in der Eurozone.

EZB-Programm schon eingepreist?

Ist das ein Signal für künftige Kursgewinne? Es gibt, wie immer, ein paar Fakten, die auch hier zur Vorsicht mahnen: So könnte die EZB die Ankaufsrate verringern. Auch könnten mehr Unternehmensanleihen emittiert werden. Das würde dann das Angebot ausweiten – mit negativen Auswirkungen auf die Kursentwicklung am Sekundärmarkt. Nicht zuletzt könnte das Programm vom 8. Juni schon längst eingepreist sein. Schließlich lesen alle Marktteilnehmer die Nachrichten.

Wer dennoch Chancen auf weitere Kursgewinne sieht oder auch strategisch Positionen in europäischen Unternehmensanleihen aufbauen möchte, dem bieten sich mit ETFs vielfältige Möglichkeiten: ETFs mit Investmentgrade-Anleihen oder – um graduell in Bereiche mit höheren Ertragsaussichten bei höherem Risiko vorzustoßen – Konzentration auf niedrigere Ratings und High Yield. Alles ist möglich. Und wie immer bei ETF-Investments sind die niedrigen Kosten sowie Einfachheit und Transparenz Argumente, die für Indexfonds sprechen.

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