Nordea-Stratege Ende der Zentralbankdominanz

Witold Bahrke,  Senior-Makro-Stratege  bei Nordea Asset Management

Witold Bahrke, Senior-Makro-Stratege bei Nordea Asset Management

Die großen Zentralbanken dieser Welt verlassen die Einbahnstraße einer extrem lockeren Geldpolitik. Dieser Regimewechsel hat entscheidende Folgen für Investoren. Die Zentralbankdominanz in Form einer extrem lockeren Geldpolitik war seit der Finanzkrise Garant für Makro- und Marktstabilität.

 Das Ende dieser Dominanz könnte kurzfristig mehr Marktvolatilität bedeuten, langfristig aber für mehr Stabilität sorgen: Wenn Volkswirtschaften heiß laufen, verhindern moderate geldpolitische Straffungen Marktexzesse und reduzieren volkswirtschaftliche Ungleichgewichte, was den Aufschwung verlängern könnte.

Der endgültige Markteffekt des Regimewechsels wird jedoch von der fiskalen Reaktion abhängen. Maßnahmen wie Trumps geplante Steuersenkungen würden den geldpolitischen Regimewechsel schmerzhaft gestalten.

Wenn Volkswirtschaften an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, führen fiskale Ankurbelungsmaßnahmen zu Überhitzungen. Inflationsgefahren zwängen Zentralbanken zu übermäßigen Straffungen. In einem schwachen Wachstumsumfeld würde dies einen Konjunkturabschwung bedeuten. Die Aktienhausse würde sich dem Ende nähern.

Fazit: Wenn das Ende der Zentralbankdominanz von fiskaler Dominanz abgelöst wird, würde eine übermäßige geldpolitische Straffung der Aktienhausse den Garaus bereiten. Weniger ist deshalb mehr, wenn es um Steuersenkungen et cetera geht, trotz des kurzfristigen Enttäuschungspotenzials.