Starcapital-Manager Peter E. Huber Die Inflation kehrt zurück!

Peter E. Huber ist Fondsmanager und Vorstand des Finanzdienstleisters Starcapital aus Oberursel

Peter E. Huber ist Fondsmanager und Vorstand des Finanzdienstleisters Starcapital aus Oberursel

Nach dem Schock über deutlich anziehende Inflationsraten in den letzten Monaten haben sich die Gemüter inzwischen wieder beruhigt. Im März waren die Wachstumsraten bei den Lebenshaltungskosten bereits wieder deutlich rückläufig. Überhaupt sei alles nur vorübergehenden Basiseffekten geschuldet und die Öl- und Rohstoffpreise befänden sich erneut im Abwärtstrend, so die gängige Meinung. Die Zinsen befinden sich im Sinkflug, und die fünfjährigen Bundesanleihen haben mit einer Rendite von –0,5 Prozent fast wieder ihr historisches Renditetief erreicht.

Produzentenpreise in der Eurozone auf Fünf-Jahres-Hoch

Quelle: Bloomberg und Eurostat per 31.03.2017

Ganz offensichtlich glauben nach 35 Jahren disinflationärer Tendenzen nur noch wenige an ein echtes Comeback der Inflation. Genau dies wird unserer Meinung nach aber die größte Überraschung der kommenden Jahre sein. Folgende neue Trends stützen diese These: Erstens hat ein neuer Rohstoffzyklus begonnen. Die großen Energie- und Minengesellschaften haben ihre Investitionen in den letzten Jahren drastisch gekürzt und die Erschließung neuer Vorkommen verschoben. Nun geht das Überangebot zurück, und die Rohstoffpreise beginnen zu steigen. Wie immer werden mit zeitlichem Abstand die Konsumentenpreise folgen.

Löhne beginnen zu steigen

Zweitens ist die globale Konjunkturentwicklung besser als ihr Ruf. Selbst in Problemländern wie Spanien oder Frankreich belebt sich die Wirtschaft. Weltweit erleben wir gerade Innovationsschübe bei alternativen Energien, E-Mobilität, dem autonomen Fahren, in der Gentechnologie, der Digitalisierung und vielen anderen relevanten Bereichen. Sie werden den Investitionsstau der letzten Jahre langsam auflösen. Wegen des sich abzeichnenden Facharbeitermangels beginnen die Löhne bereits stärker zu steigen.

Besonders gravierend ist die Entwicklung in China. Riesige Überkapazitäten im Rahmen der Globalisierung hatten dort die Produzentenpreise jahrelang fallen lassen. China exportierte also Deflation. Seit Anfang letzten Jahres sind die Produzentenpreise aber wieder von minus sechs auf fast plus acht Prozent geklettert. Künftig wird China also Inflation exportieren. Die Produzentenpreise sind ein Vorläufer der Konsumentenpreise. Selbst in Europa liegen die Erzeugerpreise mit circa 4 Prozent bereits auf einem 5-Jahres-Hoch (siehe Grafik).