Stiftung Warentest Banken verlangen bis zu 328 Euro für Basiskonto

Euromünzen. Viele Banken berechnen für ein Basiskonto hohe Gebühren. | © Getty Images

Euromünzen. Viele Banken berechnen für ein Basiskonto hohe Gebühren. Foto: Getty Images

Von wegen „Konto für jedermann“. Bis zu 328 Euro Jahresgebühr müssen Kunden für ein sogenanntes Basiskonto berappen. Die Pflicht für Banken, auch weniger bonitätsstarken Erwachsenen auf Wunsch ein Konto einzurichten, gibt es seit Inkrafttreten des Zahlungskontengesetzes am 19. Juni 2016. Auch Obdachlose, Asylsuchende oder Personen ohne deutschen Aufenthaltsstatus sollen demnach ein Girokonto führen können.

Eine Schufa-Auskunft ist bei Kontoeröffnung nicht nötig. Das Basiskonto soll Überweisungen, Daueraufträge, Kartenzahlungen und Bargeldein- und -auszahlungen möglich machen. Die Institute müssen keinen Überziehungsrahmen gewähren. Vom Gesetzgeber vorgesehen war eigentlich auch, dass Banken für Basiskonten nur „angemessene Entgelte“ erheben dürfen.

Überdurchschnittliche Gebühren

Daran halten sich viele Institute offenbar nicht. Laut einer Untersuchung von Finanztest langen viele Banken und Sparkassen für Einrichtung und Verwaltung eines Basiskontos sogar ganz ordentlich zu.

Die Verbraucherschützer haben sich 145 Kontomodelle von 108 Banken angesehen. Sie sind dabei zwar auch auf einige günstige und in zwei Fällen sogar kostenlose Konten gestoßen. Allerdings berechnen nur neun der 108 untersuchten Institute jährliche Kosten von weniger als 60 Euro. Diesen Betrag – für Kontoführung inklusive Buchungen und Girocard – definiert Finanztest als noch akzeptabel für ein herkömmliches Girokonto.  Das teuerste Angebot kommt von der Bremischen Volksbank: Sie verlangt für ein Basiskonto 328,30 Euro im Jahr. Kostenlose Basiskonten gibt es dagegen bei der PSD Bank Karlsruhe-Neustadt und der Sparda-Bank Baden-Württemberg.

Hinter den durchschnittlich hohen Preisen vermuten die Tester eine Abwehrstrategie. Die Banken, vom Gesetzgeber unfreiwillig in die Pflicht genommen, wollen sich unlukrative Kunden vom Leibe halten. Die Verbraucherschützer haben die Institute schon länger im Visier und einige Banken wegen hoher Gebühren für Basiskonten abgemahnt.