Geldanlage ist keine Frage des Einkommens Wie 100 Euro monatlich zu einem Vermögen von 59.000 Euro werden

Kleine Geldscheine: Geldanlage ist keine Frage des Einkommens, mein Vermögensverwalter Thomas Hünicke | © Getty Images

Kleine Geldscheine: Geldanlage ist keine Frage des Einkommens, mein Vermögensverwalter Thomas Hünicke Foto: Getty Images

Jahr für Jahr sorgt die Einkommensteuerstatistik für Diskussionen. Dabei wird sowohl über die Rolle der Vermögenden in Deutschland debattiert, als auch über die unteren und mittleren Einkommensklassen. Mehr als 30 Prozent der Deutschen verdienen rund 25.000 Euro brutto jährlich, fast die Hälfte der deutschen Steuerzahler bewegt sich in der Einkommensgruppe zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Das Medianeinkommen 2015 lag bei etwa 1.778 Euro netto im Monat, was in etwa einem Jahresbruttoeinkommen von 33.623 Euro entspricht.

Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter WBS Hünicke Vermögensverwaltung, Düsseldorf

Daraus folgt oft die Klage, dass die unteren und mittleren Einkommensbezieher keine Chance hätten, ein Vermögen aufzubauen. Zu knapp bemessen seien die finanziellen Ressourcen.

Freilich wird es für einen Arbeitnehmer mit dem Medianeinkommen kaum möglich sein, große Aktienpakete, Immobilien und unternehmerische Beteiligungen zu erwerben und gleichzeitig noch Liquidität zur Nutzung von Opportunitäten an den Märkten vorzuhalten. Aber das Argument, sie könnten gar nichts für den Vermögensaufbau und späteren Vermögensschutz tun, ist nicht haltbar.

Eine gesunde Allokation, die Risiko und Rendite gleichermaßen in den Blick nimmt, ist in erster Linie keine Frage der finanziellen Möglichkeiten. So lassen sich die Konzepte finden, die wirklich Sinn ergeben: ob Investmentfonds oder vermögensverwaltender Fonds, ob Einmalanlage oder Sparplan, ob staatlich gefördertes Versicherungsprodukt oder völlig flexibles Instrument.

Entscheidend ist, dass Sparer sich mit ihren Zielen auseinandersetzen: Was will ich wirklich? Welche Risiken kann und will ich eingehen, welche Rendite möchte ich erzielen? Wie lange kann ich mein Geld binden, erwarte ich vielleicht eine Auszahlung aus einem anderen Vertrag oder eine Erbschaft? Das sind die entscheidenden Fragen, ohne die keine strukturierte Geldanlage möglich und erst recht nicht sinnvoll ist. Deshalb ist die Auswahl des Produkts erst der letzte Schritt.

Dass dieser Erfolg in kleinen Schritten möglich ist, lässt sich an einer Beispielsrechnung verdeutlichen. Nehmen wir an, jemand verfügt über eine Einmalsumme von 5.000 Euro und legt diese in Kombination mit einer monatlichen Sparrate von 50 Euro für 25 Jahre an. Die durchschnittliche Rendite liegt bei einem mittleren Wert von vier Prozent, die Kosten betragen 0,5 Prozent jährlich und 2,5 Prozent auf die einmalige Anlagesumme. Daraus werden am Ende der Laufzeit 34.655,42 Euro. Wer 100 Euro im Monat sparen kann und keinen Ausgabeaufschlag zahlt, kommt am Ende auf 59.276,15 Euro.

Die Möglichkeit, Vermögen zu schaffen, ist nicht den wohlhabenden Schichten vorbehalten.