Bankenkrise Commerzbank will Stellen streichen und Dividende aussetzen

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt | © Getty Images

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt Foto: Getty Images

Die Commerzbank erwartet für 2020 Erträge von 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro im Rahmen der Strategie, die auch eine Bündelung der Segmente Mittelstandsbank und Corporates & Markets sowie eine Reduzierung des Handelsgeschäfts im Investmentbanking vorsieht.

Da gleichzeitig rund 2.300 neue Stellen in Wachstumsfeldern entstehen, beläuft sich der Netto-Stellenabbau auf rund 7.300 Vollzeitkräfte, teilte die Bank weiter mit.

Commerzbank-Chef unter Druck

Commerzbank-Chef Martin Zielke steht unter Druck, etwas gegen die Gewinnflaute bei Deutschlands zweitgrößter Bank zu unternehmen. Er musste bereits die Jahresziele für den Gewinn zurückschrauben, der unter volatilen Märkten und negativen Zinsen leidet.

Unter Zielkes Vorgänger Martin Blessing hat die Bank 5200 Stellen gestrichen, um Kosten zu senken und die Dividendenzahlungen wieder aufnehmen zu können.  Die Bank hatte dieses Jahr für 2015 eine Dividende von 20 Cent je Aktie gezahlt, die erste Ausschüttung seit 2007. Für dieses Jahr wurde laut Bloomberg Dividendenprognose eine Dividende von 30 Cent je Aktie erwartet.

Die Netto-Eigenkapitalrendite soll Ende 2020 bei mindestens 6 Prozent liegen, teilte die Bank mit. Die Commerzbank, die weiterhin teilweise in deutschem Staatsbesitz ist, will ihren Investoren beim Kapitalmarkttag am 4. Oktober in London detaillierte Informationen über Zielkes Strategie geben.

Leicht positives Konzernergebnis

Für das Gesamtjahr 2016 erwartet die Commerzbank trotz der Abschreibungen auf Goodwill ein leicht positives Konzernergebnis.

Die Commerzbank-Aktie legte am Donnerstag zeitwiese bis zu 2,6 Prozent zu, um 11:05 Uhr MESZ lag das Plus noch bei 0,1 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 37 Prozent abgegeben.