BB African Opportunities (Lux) Niedriger Ölpreis stellt Nigeria vor ernsthafte Probleme

Malek Bou-Diab, Portfoliomanager des BB African Opportunities (Lux)

Malek Bou-Diab, Portfoliomanager des BB African Opportunities (Lux)

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Der nigerianische Aktienmarkt büßte im Januar 16,5 Prozent ein, nachdem der Ölpreis unter die Marke von 30 US-Dollar gesunken war. Die politische Antwort der Regierung bleibt umstritten und sorgt für noch mehr Unsicherheit. Denn die Regierung führte weitere Restriktionen zur zusätzlichen Einengung des Devisenmarktes ein, um eine Abwertung des Naira zu verhindern. Ernsthafte Probleme bekommen Banken und Wirtschaft, wenn der Ölpreis auf derzeitigen Niveaus verharrt.

Ägypten und Südafrika warten auf die Umsetzung von Reformen

Auch Ägypten konnte sich dem Einfluss niedriger Ölpreise im Januar nicht entziehen. Der Markt folgte dem Beispiel der Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrats (GCC-Staaten) und schloss 14,5 Prozent schwächer. Während die Diskussion über sinnvolle Wirtschaftsreformen anhält, bleibt ihre Umsetzung eine Enttäuschung. Der Handlungsdruck auf die Regierung steigt mit Blick auf die von der Weltbank und den GCC-Staaten geleistete Hilfe. Diese ist an die Umsetzung von Reformen, vor allem fiskal- und geldpolitischer Art, gebunden. Die kommenden zwei Monate dürften mehr Klarheit bringen.

Südafrikas Notenbank senkte ihre Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 0,9 Prozent für 2016 und 1,5 Prozent für 2017. Sie erwartet für diesen Zeitraum aber weiterhin eine Inflation über dem oberen Grenzwert von 6 Prozent, weshalb sie ihre Zinsen um 50 Basispunkte anhob. Es fehlt weiterhin die feste Zusage struktureller Reformen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass ein Szenario wie in Brasilien eintritt, sollte sich die US-Wirtschaft weiterhin gut entwickeln und Chinas Konjunktur enttäuschen. Der wichtigste Aktienindex Südafrikas, der All Shares Index, gab 3,1 Prozent nach. Gleichzeitig durchbrach der Südafrikanische Rand die Marke von 16:1 zum US-Dollar und verlor 2,6 Prozent gegenüber dem Dollar.

Tunesiens Börse legt überraschend um 7,4 Prozent zu

Kenias Börse stand im Kreuzfeuer und schloss 6,1 Prozent schwächer. Was die makroökonomische Ebene anbelangt, so verbesserte das Land seine Leistungsbilanz. Zudem entwickelt die Regierung Pläne zur Verbesserung des Haushaltsdefizits, was zur Stabilisierung des Kenianischen Schilling beiträgt.

Die marokkanische und die tunesische Börse blieben von dem globalen Gegenwind verschont, wobei erstgenannte auf der Stelle trat und letztere um 7,4 Prozent zulegte. Tunesiens Performance erscheint besonders überraschend, da es erneut zu Demonstrationen kam und sich Politiker stärker für interne Streitigkeiten als den Zustand der Wirtschaft interessierten.

Nigerias Zentralbank bietet keine Garantie mehr für Kapitalrückführung

Aus Bottom-up-Perspektive stellt sich das Bild in vielen Fällen günstiger dar, als vom Markt dargestellt – vor allem in Ägypten, Marokko und Kenia. Zudem bieten sich Chancen für Anleger, die das derzeitige volatile Umfeld nach Anlagemöglichkeiten durchkämmen. Wir werden weiterhin mit Bedacht in entsprechende Titel in unseren Märkten investieren, solange die Zentralbanken verlässliche Garantien für die Kapitalrückführung bieten. Letzteres ist im Falle Nigerias leider nicht mehr gewährleistet.