Brexit Im Firmenkundengeschäft britischer Banken könnten 40.000 Stellen wegfallen

Luftaufnahme der City of London

Luftaufnahme der City of London

Auf britische Banken kommen harte Zeiten zu. Einer Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman zufolge, aus der das Handelsblatt zitiert, könnten langfristig bis zu 40.000 Arbeitsplätze in Großbritannien allein im Firmenkundengeschäft von Banken wegfallen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Oliver Wyman prognostiziert, dass 31.000 bis 35.000 Stellen aus Großbritannien verlagert werden könnten, 17.000 davon im Großkundengeschäft. Langfristig, so haben die Unternehmensberater jetzt nachgelegt, sehe die Lage noch viel dramatischer aus.  

Zusätzlich kommen auf die Institute hohe Kosten zu: Britische Banken benötigten 30 bis 50 Milliarden US-Dollar zusätzliches Kapital, um Tochtergesellschaften auf dem Kontinent zu finanzieren – die laufenden Kosten noch nicht eingerechnet. Die Banken werden in Zukunft in einigen Bereichen außerdem vermutlich zweigleisig fahren, stellt Oliver Wyman in Aussicht. Sie müssten zwei Abteilungen für Risiko und Compliance einrichten – gesondert für Großbritannien und das Geschäft innerhalb der EU. Einige Aktivitäten der Institute sieht die Unternehmensberatung dadurch mittelfristig in Frage gestellt.  

Im Juni sind die Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union gestartet. Den Verhandlungspartnern bleibt ein relatives enges Zeitfenster von nicht einmal zwei Jahren, um eine Fülle an Austrittsmodalitäten zu regeln. Die britische Mitgliedschaft in der EU endet am 30. März 2019.