Chancen für langfristig orientierte Anleger Wirtschaft wichtiger als Wahlen – fünf Punkte, die für Anleger jetzt im Fokus stehen

Ein Bergsteiger nimmt das Ziel in den Blick: Anleger sollten sich von politischen Entwicklungen nicht beirren lassen und sich vorrangig der fundamentalen Analyse von Unternehmen widmen.  | © Getty Images

Ein Bergsteiger nimmt das Ziel in den Blick: Anleger sollten sich von politischen Entwicklungen nicht beirren lassen und sich vorrangig der fundamentalen Analyse von Unternehmen widmen. Foto: Getty Images

Denn was viele Anleger bei all der politischen Aufregung übersehen: Es gibt wichtigere Einflussfaktoren für Aktienkurse als Wahlen, mögen sie für den Moment auch noch so bedeutend erscheinen. Die fundamentale Analyse von Unternehmen kommt derzeit zu kurz, dabei ist die wahre Revolution der disruptive technologische Fortschritt. Kurs- und Stimmungsschwankungen durch die Politik haben deshalb unterm Strich vor allem einen Effekt: Sie eröffnen bei allen gegebenen Risiken interessante Chancen für langfristig orientierte Anleger. Fünf Fragen und Antworten, die Ihre Kunden so noch nicht gehört haben.

1. Wie groß ist der Einfluss von politischen Großereignissen wie Brexit, Wahlen in USA und Frankreich auf die Börse?

Darüber streiten zwei Lager von Analysten derzeit trefflich. Die eine Seite fokussiert auf die aktuell schwer kalkulierbare politische Entwicklung: Trumps wankelmütige Art zu regieren und die Gefahr eines aufkommenden Protektionismus für den Welthandel prägen demnach die Börsen, ebenso die immer noch nicht absehbaren Folgen des Brexit und der Wahlen in wichtigen europäischen Kernländern in diesem Jahr. Die andere Seite bestreitet, dass die politische Lage ernst zu nehmenden Einfluss auf die Börsenentwicklung hat. Vermutlich liegt die Wahrheit wie so oft im Leben irgendwo dazwischen.

2. Was ist bei den jüngsten Ereignissen anders als früher?

Tatsächlich erleben wir derzeit eine ungewöhnliche Kombination aus ständig neuen politischen Nachrichten und einem echten Trendwechsel hin zu einer stärker national orientierten Politik, die lange überholt schien. Beobachter haben bereits die Einflüsse dieser Entwicklungen für das Wirtschaftswachstum und die Finanzmärkte betont, und zumindest in Bezug auf einzelne Bereiche wie Anleihemärkte und britische Währung zeigt sich dieser Einfluss auch. Allerdings haben sich die Kapitalmärkte insgesamt bislang nur wenig beeindrucken lassen.

3. Welche weiteren Faktoren sollten Anleger im Blick haben?

Wie stark die Börsen in nächster Zeit von politischen Ereignissen geprägt sein werden, wird man sehen müssen. Der entscheidende Punkt ist ein ganz anderer: Die aktuellen Schlagzeilen führen zu einer übermäßigen Betonung von Top-down-Analysen und verdrängen zu Unrecht Bottom-up-Ansätze, die sich an konkreten Faktoren für die Gewinnentwicklung in Unternehmen orientieren. Zudem sind zwei grundlegende Faktoren aus dem Bewusstsein der Anleger verdrängt worden, die derzeit im Schatten der politischen Diskussionen stehen, aber von fundamentaler Bedeutung sind: Erstens sind die systemischen Risiken der Finanzmärkte seit der Krise 2008/2009 erheblich gesunken. Zweitens erleben wir derzeit eine technische Revolution.

4. Inwiefern sind die systemischen Risiken der Finanzmärkte gesunken?

An den Märkten herrscht Konsens darüber, dass das Risiko eines systemischen Schocks seit der Finanzkrise erheblich gesunken ist, weil die Hebel- und Ansteckungsmechanismen im Finanzsystem in den vergangenen acht Jahren deutlich reduziert wurden. Zudem macht es keinen Sinn, ständig vermeintliche „Black Swan“-Ereignisse an die Wand zu malen, die die Börse schocken könnten. Sollte zum Beispiel Griechenland tatsächlich in diesem oder im nächsten Jahr aus der Währungsunion ausscheiden, wäre das immer noch ein gravierender Schnitt, würde die Märkte aber entscheidend weniger beeindrucken als bei der Griechenlandkrise 2012, weil sich die europäische Wirtschaft seitdem spürbar erholt hat.

5. Welche Bedeutung hat der rasante technische Fortschritt für die Börse?

Was immer die politische Debatte in Zukunft bringen wird: Die derzeit beobachtbare technologische Entwicklung ist gleichermaßen schnell und grenzenlos und wird einen größeren Einfluss auf Wohlstand und Unternehmenserfolg haben als der größte Teil der Politik. Eine Bottom-up-Analyse, die das Potenzial dieser technischen Revolution für die Entwicklung von Unternehmen und ihren Gewinnen beleuchtet, kommt in der Wahrnehmung der Anleger bislang viel zu kurz. Ein bemerkenswertes Beispiel: Obwohl die US-Regierung vor allem alte Industriebranchen fördern will, entwickeln sich die Kurse an der Technologiebörse Nasdaq nach wie vor beeindruckend. Vielleicht wird für Anleger einer der wichtigsten Aufgaben in den kommenden Jahren überhaupt die Frage sein, in welchem Umfang der technische Fortschritt die Wertschöpfungsketten von Unternehmen verändert und neue Geschäftsmodelle ermöglicht.

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