Earth Day 2018 Chancen in der Finanzberatung nutzen

Demonstration anlässlich des Earth Days in London: Fast alle Anlageklassen werden mit umwelt- und gesellschaftsfreundlichen Produkten abgebildet. | © Getty Images

Demonstration anlässlich des Earth Days in London: Fast alle Anlageklassen werden mit umwelt- und gesellschaftsfreundlichen Produkten abgebildet. Foto: Getty Images

Am 22. April ist es wieder soweit: Der „Earth Day“ rückt weltweit die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In Deutschland wird er begleitet von einer ganzen Reihe von Aktionen rund um das Thema „nachhaltiges Leben“ und Sozial- und Umweltverträglichkeit. Was aber hat das Thema mit Geldanlage zu tun?

Finanzberater können den Earth Day nutzen, um Kunden nachhaltiges Investieren ans Herz zu legen. Sie können mit schlüssigen Investment-Möglichkeiten punkten, die nicht nur gut für das Gewissen sind, sondern auch Renditevorteile mit sich bringen. Denn mit schwachen Renditen und unverantwortlichen Risiken geht nachhaltiges Investieren schon lange nicht mehr einher.

Der Fokus auf nachhaltig agierende Unternehmen zahlt sich vielmehr für Investoren in der Regel sogar aus. Unkalkulierbare Reputationsrisiken durch Umweltkatastrophen, Korruption, Betrug oder Nachlässigkeiten beim Schutz persönlicher Daten werden reduziert. Zudem zeigen Studien, dass der effiziente Einsatz von natürlichen Ressourcen und der Schutz von Mitarbeitern die Entwicklung von Unternehmen meist langfristig fördern.

Investieren nach Ausschlusskriterien

Beim nachhaltigen Investieren werden heute drei Ansätze unterschieden: Zum einen wenden Vermögensverwalter im Rahmen des „Exclusionary Screening“ Ausschlusskriterien an. In bestimmte Branchen, etwa die Rüstungs- oder Atomindustrie, wird nach diesem Ansatz konsequent nicht investiert. Zum anderen arbeiten Analysten mit sogenannten ESG-Ratings. Mit ihnen werden Umweltfreundlichkeit („Environment“), soziale Verträglichkeit („Social“) und Unternehmensführung („Governance“) beurteilt. Investiert wird in Firmen, die innerhalb ihrer Branche am besten abschneiden (Best-in-Class).

Ein weiterer Ansatz nachhaltiger Anlagestrategien ist das sogenannte Impact Investing. Dabei werden Unternehmen für Portfolios ausgewählt, die eine explizit positive Wirkung auf die Gesellschaft haben. Zudem gehören Investitionen in bestimmte nachhaltige Projekte, oftmals in Form geschlossener Beteiligungen, zum „Impact Investing“.

Klingt kompliziert und nach Neuland, auf das sich Anleger nicht vorwagen sollten? Mitnichten. Privatanleger sind bei nachhaltigen Investments keine Vorreiter. Für viele institutionelle Investoren wie Kirchen oder Behörden sind Nachhaltigkeitskriterien längst Grundbedingung bei der Geldanlage.

Breite Palette nachhaltiger Anlageprodukte für Privatanleger

Finanzberater haben inzwischen auch für Privatanleger eine breite Palette nachhaltiger Anlageprodukte im Angebot. Das prominenteste Beispiel sind Scharia-konforme ETFs. Finanzaktien bleiben hier außen vor, da sie im Islam verboten sind. Eine andere Gruppe Anlageprodukte ist ESG-basiert. Hier finden nur die jeweils besten Unternehmen einer Branche den Weg ins Portfolio. Wieder andere Anlagevehikel bilden Segmente ab, die im Bereich erneuerbare Energien oder Wasseraufbereitung tätig sind (Impact Investing). Für all diese nachhaltigen Ansätze findet man Beispiele sowohl im aktiven als auch passiven Bereich.

Ein Beispiel für ein passives ESG-Anlageprodukt ist der iShares MSCI World SRI UCITS ETF. Der ETF deckt weltweit mehr als 400 Unternehmen ab, die nach Nachhaltigkeitskriterien ausgewählt werden. So kombiniert der zugrundeliegende Index einen „Best-in-Class“-Ansatz mit dem Ausschluss einzelner Branchen wie Waffen, Atomkraft oder Tabak.

Investment-Chance mit Nachhaltigkeitsfaktor

Im aktiven Bereich bietet sich der Kauf von Anteilen am BGF New Energy Fund (ISIN: LU0408221868) an. Das Portfoliomanagement legt weltweit mindestens 70 Prozent seines Gesamtvermögens in Aktien von Unternehmen aus dem Feld erneuerbaren Energien an. Die Auswahl der Titel erfolgt anhand von Bewertungen, Fundamentaldaten und ESG-Kriterien.

Auch regional ist die Auswahl groß: Je nach den Erfordernissen im Anlegerportfolio stehen Anlagevehikel mit globalem, europäischem, in US-amerikanischen oder japanischen Schwerpunkt zur Verfügung – übrigens nicht nur im Aktien-, sondern auch Anleihebereich.

Fazit: Die komplizierte Suche nach nachhaltigen Anlagen gehört der Vergangenheit an. Fast alle Anlageklassen können heutzutage mit umwelt- und gesellschaftsfreundlichen Produkten abgebildet werden. Der Earth Day am 22. April bietet Finanzberatern die Gelegenheit, das Thema Nachhaltigkeit wieder ganz oben auf die Agenda ihrer Kunden zu setzen.

Hier erfahren Sie, welche Städte die nachhaltigste Energieversorgung weltweit bereitstellen.